Online-VA am 29. Januar 2021: Atommüllland NRW und die Endlagersuche

Am 29. Januar 2021 ab 18.30 Online:
Mit Klaus Brunsmeier (BUND NRW)
und Felix Ruwe (BI Kein Atommüll in Ahaus) informiert und diskutiert der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE).
Coronabedingt wird die Veranstaltung als ZOOM-Videokonferenz stattfinden. Anmeldungen für die Zugangsdaten bitte per Email: hubertus.zdebel.wk[at]bundestag.de

Atomkraftwerke werden schrittweise abgeschaltet, aber was mit den radioaktiven Abfällen langfristig passieren soll, ist bis heute, 50 Jahre nach Beginn des „Atomzeitalters“ immer noch ungeklärt. In Nordrhein-Westfalen stehen die Atomruinen gescheiterter Allmachtsphantasien: In Kalkar sollte der Schnelle Brüter mit dem Atomwaffenstoff Plutonium Strom liefern, in Hamm-Uentrop wurde ein ebenfalls atombombentauglicher Reaktor nach nur wenig über einem Jahr Volllastbetrieb endgültig stillgelegt. Auch ein Prototyp in Jülich endete im Desaster. Milliardenverluste sind die Folge – und hochradioaktiver Atommüll, der bis heute in unsicheren Zwischenlagern verwahrt wird.

Jahrzehntelang hielt eine Riege aus Atompolitiker*innen und Atomwirtschaft Gorleben für das Nonplusultra einer Endlagerung. Beim jetzt angelaufenen Neustart bei der Endlagersuche hat die verantwortliche Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) nach eingehender Prüfung mit einem Federstrich festgestellt: Untauglich!

In Jülich und in Ahaus wird nicht nur hochradioaktiver Atommüll zwischengelagert. Jetzt könnte der Norden von NRW (Münsterland, Niederrhein, Ostwestfalen) mit seinen Tonvorkommen laut BGE für ein unterirdisches Endlager in Frage kommen. In einem sogenannten „Zwischenbericht Teilgebiete“ hat die BGE alle Regionen anhand festgelegter Kriterien betrachtet und in einem ersten Auswahlschritt bundesweit alle diejenigen Gebiete benannt, in denen möglicherweise geeignete Ton-, Granit- oder Salz-Vorkommen vorhanden sind. Das Münsterland, der Niederrhein und Ostwestfalen sind dabei.

Ab Februar wird – trotz der Einschränkungen und Belastungen durch die Corona-Pandemie – von der zuständigen Behörde der „Zwischenbericht Teilgebiete“ im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung durchgezogen. In drei jeweils mehrtägigen Videokonferenzen (Stand jetzt) sollen Vertreter*innen von Gebietskörperschaften und gesellschaftlichen Organisationen, Bürger*innen und Wissenschaftler*innen im Rahmen von im Standortauswahlgesetz festgelegten Kriterien abprüfen können, ob das Vorgehen für die Suche nach einem Atommüllendlager sinnvoll und korrekt ist. Eine unglaubliche Herausforderung, denn es geht darum, den hochradioaktiven Atommüll für einen Zeitraum von einer Million Jahren von Mensch und Umwelt abgeschirmt unterirdisch zu verpacken.

Die Fehler, die in Gorleben gemacht wurden, sollen sich nicht wiederholen, so der staatliche Anspruch: Kann das nach derzeitigem Stand gelingen? Welche Probleme gibt es? Und wie steht es um ein mögliches Atommüll-Endlager im Norden von NRW?

Darüber werden am 29. Januar ab 18.30 Uhr im Rahmen einer ZOOM-Videokonferenz informieren und mit Euch diskutieren:
• Klaus Brunsmeier, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Landesverband NRW e.V.
• Felix Ruwe, Bürgerinitiative Kein Atommüll in Ahaus, e.V.
• Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter aus Münster und atompolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE
(PM)
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hr-Doku: Atommüll ohne Endlager – Wie gefährlich ist das strahlende Erbe?

Das Ende der Atomkraft in Deutschland ist nah, doch ihr strahlendes Erbe bleibt. Ein Endlager ist noch nicht in Sicht. Stattdessen bringen Castor-Transporte die hochradioaktiven Abfälle in Zwischenlager. Ob sie dort wirklich sicher sind, ist umstritten.
Der Film besucht das südhessische Zwischenlager Biblis, begleitet eine Anti-Castor-Demonstration und lässt Fachleute zu Wort kommen.
(Text: hr)

siehe zum Thema „Anna Veronika Wendland & Co.“ auch =>
Replik auf Dr. Rainer Moormann und Dr. Anna Veronika Wendland:
„Vorfahrt für die Energiewende!“

. . . Publiziert am 20. August 2020 von antiatomeuskirchen
sowie =>
Stoppt den Atomausstieg? Vom letzten Gefecht um die Atomkraft
. . . Publiziert am 18. Juli 2020 von antiatomeuskirchen
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siehe zum Thema „Atomkraft und Klimawndel“ auch =>
Warum Atomkraft keine Antwort auf den Klimawandel ist
. . . Publiziert am 30. August 2020 von antiatomeuskirchen
sowie =>
Untersuchung: Atomkraft ist kein Mittel gegen Klimawandel
. . . Publiziert am 7. Oktober 2020 von antiatomeuskirchen
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und allgemein => www.100-gute-gruende.de
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Online-VA am 10. Februar 2021 um 18.00 Uhr: Ist der Hambacher Wald gerettet?

Video unten: ARD, am 24.11.2020 veröffentlicht:
Mittwoch 10. Februar 2021
ab 18.00 Uhr: ONLINE
• Mit Dirk Jansen,
BUND NRW
• Antje Grothus,
Initiative Buirer für Buir
• Robert Borsch-Laaks,
Initiative 3 Rosen.

„Dumme Frage“, wird mancher sagen. „Das steht doch im Kohleausstiegsgesetz und im Entwurf zur neuen Leitentscheidung der Landesregierung“.
Richtig, aber: Wer in diesem Sommer mal vor Ort war, konnte Mitte August erleben, wie es grüne Blätter von den Bäumen regnete. Es herrscht akuter Wassermangel für die Bäume seit die Tagebaukante 2019 bis auf
50 m an den Wald vorgetrieben wurde.
Bleibt der Hambi als sterbender Wald, der zu einer Insel wird, um die herum weiter zur Kies- und Abraumgewinnung gebaggert wird?

„3 Rosen“ hat zwei bekannte Sprecher*innen der Umweltverbände und Bürgerinitiativen eingeladen, um genauer zu erfahren, was RWE plant und die Landesregierung (nicht) macht.
• Gibt es Alternativen zur fortdauernden Zerstörung?
• Was wird aus Morschenich und Manheim?
• Wie können die Wälder ringsum den Tagebau wieder zusammenwachsen?
• Welche Ideen und Pläne haben die Bürger*innen vor Ort zum Strukturwandel in der Region?
Darüber können Dirk Jansen und Antje Grothus aus nächster Nähe berichten.
Zum Schluss wird Robert Borsch-Laaks berichten über das 3 Rosen Projekt „Hambi Oase“, einen Waldlehrpfad, der den Bogen schlägt von den Zeugnissen der Zerstörung bis zum hoffnungsvollen Erleben der waldeigenen Widerstandskraft.

Anmeldung spätestens bis zum 8. Februar 2021 formlos per Mail an simone.glup[at]ekir.de
Dann erhält man am 09.02. den Link, um sich bei der Zoom- Plattform einzuwählen.
Veranstalter: Initiative 3 Rosen e.V. , www.3rosen.eu,
in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Erwachsenbildungswerk in Aachen.
(Quelle: Newsletter 3 Rosen e.V.)
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siehe zum Thema auch =>
Hambacher Forst: Was vom Wald übrig geblieben ist – Sorgen nach der Rettung . . . Publiziert am 27. November 2020 von antiatomeuskirchen
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Jülich: 10 Jahre Bündnis „Stop Westcastor“

AntiAtom-Euskirchen ist Teil des Bündnisses

• 152 Jülicher Castoren stehen immer noch
„an Ort und Stelle“ – Ein Erfolg für Westcastor ?

Vor zehn Jahren – am 15. Januar 2011— hat sich das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in der damaligen Jülicher Stadthalle gegründet.
Rund 50 Teilnehmer*innen aus der Anti-Atomkraft-Bewegung waren bei der Gründungsveranstaltung dabei. Sie stammten aus den Reihen der Linken und der Grünen sowie von Bürgerinitiativen aus dem Städtedreieck Aachen-Köln-Düsseldorf. Unter dem Slogan „Kreuz und quer geht nicht mehr“ wollten die AKW-Gegner Castor-Transporte verhindern – so auch die geplanten Transporte von 152 Castorbehältern mit hochradioaktivem Abfall von Jülich ins münsterländische Ahaus. In ihrem ersten Aufruf zur Protestkundgebung Ende Januar 2011 hieß es: „Es ist nicht vertretbar, den Menschen im Münsterland den Jülicher Atommüll und die damit verbundenen Risiken vor die Füße zu schütten – zumal der hoch verstrahlte Reaktorbehälter ohnehin in Jülich bleiben soll.“

Jülicher Atommüll in die USA ?

Nach mehreren Protesten wurde 2014 mit Hochdruck an der USA-Variante gearbeitet: Transport in eine 800 Quadratkilometer große Nuklear-Einrichtung „Savannah River Site“ (SRS) im US-Bundesstaat South Carolina. Dort wurde während des „Kalten Krieges“ waffenfähiges Material in fünf Reaktoren hergestellt.
Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“: „2013 lief die Betriebsgenehmigung für das Jülicher Zwischenlager aus und im darauffolgenden Jahr hat die NRW-Atomaufsicht sogar angeordnet, das AVR-Castorenlager ‚unverzüglich‘ zu räumen. Es musste also schnell gehen. Aber warum die USA-Option ausgerechnet die schnellste Variante sein sollte, das entzieht sich meinen Kenntnissen. Ein Transport in die USA – über tausende Kilometer – sollte schneller gehen als die Fahrt in das Ahauser Zwischenlager, das etwa 180 Kilometer entfernt ist?“

US-Umweltaktivist im Jülicher Castorenlager

Durch die weltweite gute Vernetzung der Umweltinitiativen kam der erste Kontakt mit dem Direktor der US-amerikanischen atomkritischen Nichtregierungsorganisation „Savannah River Site Watch“ aus South Carolina zustande. Das Transportziel USA rief Tom Clements auf den Plan nach Deutschland zu kommen. Clements, ein entschiedener Gegner des Transports der Jülicher Atomkugeln, war rund 15 Jahre aktiv gegen Atomkraft bei Greenpeace International.
Mit deutscher Hilfe organisierten Anti-Atom-Initiativen – unter anderem das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ – die Deutschlandreise. Stationen waren: Das Ahauser Zwischenlager, die bundesweit tätige Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ in Hamburg, das Bonner NRW-Wirtschaftsministerium und der Bundestag in Berlin. Am Ende seiner Reise sah er sich das Jülicher Castorenlager gemeinsam mit der Aktivistin Marita Boslar und dem Diplom-Physiker Mank (Forschungszentrum Jülich) an.
Die SRS ist für Clements eine „Blackbox“ – eine Sackgasse. Dort lagert hoch radioaktives Material aus der Atomwaffenproduktion in altersschwachen Fässern. Der Jülicher Atommüll soll dort aufgearbeitet werden. Tom Clements im Interview (2014): „Wir haben Angst, dass unsere Region zu einem Atommüllplatz wird“.

Ein Erfolg für Westcastor ?

„Die Jülicher Castoren stehen immer noch an Ort und Stelle – das kann unser Bündnis als Erfolg sehen. Gäbe es unseren Protest nicht, wären diese inzwischen in Ahaus oder sogar in den USA“, bekräftigt Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“. „Unser Bündnis plädierte von Anfang an für den Neubau eines möglichst erdbebensicheren Zwischenlagers in Jülich. Inzwischen sind zehn Jahre verstrichen und ein neues Atommülllager könnte bereits in Jülich stehen — wenn es gewollt wäre.“
(PM)
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siehe auch website => www.westcastor.org
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Brennelementefabrik Lingen: BUND stellt Strafanzeige wegen des Verdachts auf illegalen Export von Kernbrennstoffen

Der Brennelementhersteller Framatome hat ohne Exportgenehmigung Brennstoffe in die Schweiz geliefert. Daher hat der BUND heute Strafanzeige erstattet.

Bevor das Verwaltungsgericht klären konnte, ob die Framatome GmbH Brennstäbe aus deutscher Fertigung an das Schweizer AKW Leibstadt liefern darf, hat der Brennelementhersteller zwei Transporte durchgeführt. Der BUND hat heute (12.1.2021) bei der Staatsanwaltschaft Erlangen Strafanzeige gegen Framatome gestellt, wegen des Verdachts auf rechtswidrigen Export von Kernbrennstoffen, eine Straftat nach § 328 StGB.

Eine Brennelementlieferung ins Ausland bedarf grundsätzlich einer gültigen Transport- und einer gültigen Exportgenehmigung. Diese hatte Framatome nicht. Ob das Unternehmen sie überhaupt bekommt, muss das Verwaltungsgericht erst noch klären, da die BUND-Regionalverbände Südlicher Oberrhein und Hochrhein, der BUND Landesverband Baden- Württemberg, einige Mitglieder des IPPNW, verschiedene Anti-Atom-Initiativen in Baden-Württemberg und Privatpersonen im Herbst gegen den Export Widersprüche eingereicht hatten. Der Widerspruch des BUND hat aufschiebende Wirkung, daher war die Exportgenehmigung zum Zeitpunkt der Lieferung ungültig, was der Framatome bekannt war.

„Gewinnstreben fegt alle berechtigten Bedenken vom Tisch“

„Dass Framatome den Ausgang eines anhängigen Verfahrens nicht abwartet, beweist erneut das krude Weltbild des Unternehmens, in dem Gewinnstreben alle berechtigten Bedenken vom Tisch fegt“, erklärt Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg.
Auch das Verwaltungsgericht Frankfurt reagierte irritiert. In einem Schreiben an die Prozessbeteiligten teilte es mit, es sei nicht Aufgabe der Gerichte, Eilentscheidungen zu treffen, wenn die Beteiligten ihr Verhalten nicht daran ausrichteten.

Gefährliches Atomkraftwerk an der deutschen Grenze

Das Atomkraftwerk Leibstadt ist nicht sicher. Nach einer Studie des Biosphäreninstituts Genf von 2019 ist Leibstadt – obwohl das jüngste im schweizerischen Atomkraftwerkspark – das für Deutschland gefährlichste Atomkraftwerk. Das Biosphäreninstitut simulierte die radioaktiven Niederschläge nach einem gravierenden Unfall in allen schweizerischen Kernkraftwerken für jeden Tag des Jahres 2017. Bei üblicher Wetterlage wäre Südwestdeutschland viel stärker von einem Unfall im Atomkraftwerk Leibstadt betroffen als die Schweiz selbst.
„Das Gefährdungspotenzial hängt einerseits mit dem Standort direkt an der Grenze zusammen, andererseits mit fortgesetzten Schlampereien der Betriebsführung, die zwar noch nicht zu einem schweren Unfall geführt haben, aber das Vertrauen in den Zustand der Anlage massiv untergraben“, erklärt Stefan Auchter, Regionalgeschäftsführer des BUND Südlicher Oberrhein, die Sorgen um die Sicherheit. „Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung trotz des sehr erfreulichen Atomausstiegs in Deutschland nichts gegen die Gefahr eines Atomunfalls an den deutschen Grenzen tut. Im Gegenteil, die Atomkraftwerke werden sogar unterstützt, indem sie sich Brennelemente aus deutscher Produktion liefern lassen dürfen.“

BUND fordert kritische Sicherheitsüberprüfung für grenznahe Atomkraftwerke

Für den BUND ist es ein Erfolg, dass sich ein Gericht mit der Zulässigkeit dieser Lieferung befasst. „Natürlich ist dem BUND bewusst, dass die deutsche Regierung nicht gegen die souveräne Entscheidung der Schweiz, Atomkraftwerke zu betreiben, vorgehen kann. Sie kann aber sehr wohl Zeichen setzen, indem sie den Export von Kernbrennstoffen in grenznahe Risikokraftwerke unterbindet. Den Willen dazu hat die aktuelle Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, doch die angekündigte Gesetzesänderung kommt nicht voran“, beschreibt Sylvia Pilarsky-Grosch. „Laut Atomgesetz sind Exporte nur genehmigungsfähig, wenn die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland nicht gefährdet ist. Bisher hat das BAFA aber die Exporte rein routinehalber genehmigt, ohne die Bedrohungslage zu prüfen. Auch der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat im Dezember in einem ähnlichen Verfahren die wichtigen Fragen rund um die Brennelementexporte inhaltlich nicht geklärt. Wir fordern, dass das BAFA zukünftig berücksichtigt, ob das Leben in Deutschland gefährdet ist. Dazu wäre mindestens eine unabhängige kritische Sicherheitsüberprüfung für grenznahe Kernkraftwerke nötig.“
(PM)
Hintergrund:
Framatome, eine Tochter des französischen Atomkonzerns EdF, lässt Brennelemente im niedersächsischen Lingen fertigen. Im laufenden Eilverfahren ist der BUND Baden-Württemberg aufgefordert, bis zum 15. Januar 2021 eine Stellungnahme beim Gericht einzureichen.
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siehe zum Thema auch =>
Empörung über Brennelement-Transport: Atomexport trotz Widerspruch
Ohne vollziehbare Genehmigung wurden Brennelemente von Lingen in ein Schweizer AKW exportiert. Dem Betreiber drohen strafrechtliche Konsequenzen. . . . weiterlesen bei => www.taz.de . . . 12.01.2021
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siehe zum Thema Brennelementefabrik Lingen auch =>
Jetzt auch BUND-Widerspruch gegen Brennelementeexport Lingen (D) – Doel (B) . . . Publiziert am 8. Januar 2021 von antiatomeuskirchen
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Jetzt auch BUND-Widerspruch gegen Brennelementeexport Lingen (D) – Doel (B)

Aufschiebende Wirkung damit wiederhergestellt

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt Widerspruch gegen die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugunsten der Advanced Nuclear Fuels GmbH im März 2020 erteilte Genehmigung zur Ausfuhr von 52 Urandioxid-Brennelementen an die belgische Kerncentrale Doel mit dem Bestimmungsort Block 1 und 2 des Atomkraftwerks Doel eingelegt. Da ein Sofortvollzug der angegriffenen Genehmigung nicht angeordnet wurde, kommt dem Widerspruch eine aufschiebende Wirkung zu. Der Transport von Brennelementen aus dem niedersächsischen Lingen zum AKW Doel ist damit zunächst untersagt.

„Ganz NRW wäre von einem Atomunfall der Pannen-Reaktoren in Doel betroffen“, sagte BUND-Landesvorstandsmitglied Klaus Brunsmeier. „Atomkraft ist unbeherrschbar, und deswegen setzen wir uns konsequent für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen ein.“

In seiner 26-seitigen Widerspruchsbegründung geht der BUND detailliert auf die Gefährlichkeit der beiden Reaktoren Doel 1 und Doel 2 ein.
Die beiden Meiler sind 1974/1975 in Betrieb gegangen. Es handelt sich mithin um sehr alte Reaktoren, die schon allein auf Grund ihres Alters in besonderer Weise störanfällig sind. Wegen Materialermüdung kam es bereits zum Austritt von Kühlflüssigkeit und Notabschaltungen. Simulationen der Universität Wien zeigen, dass im Falle eines Super-GAUs weite Bereiche Nordrhein-Westfalens in den roten Bereich mit einer erheblichen radioaktiven Belastung fielen. Die Landesgrenze ist weniger als 120 Kilometer entfernt von dem belgischen Atomkraftwerk.

„Der Weiterbetrieb der Kraftwerksblöcke ist nicht nur unverantwortlich, sondern auch unnötig“, so der Atomexperte Brunsmeier. „Die Stromversorgung in Belgien war selbst während der langen, teils über 200 Tage andauernden Stillstandzeiten der Reaktoren in der
(Obenstehendes Video vom 29.07.2019) . . . . . . . . . . . . . . Vergangenheit bestens gewährleistet.“

Der Bundesregierung wirft der BUND vor, den Atomausstieg zu sabotieren und die Bevölkerung unnötigen Risiken auszusetzen. Dabei hatte der Koalitionsvertrag festhalten, dass verhindert werden soll, „dass Kernbrennstoffe aus deutscher Produktion in Anlagen im Ausland, deren Sicherheit aus deutscher Sicht zweifelhaft ist, zum Einsatz kommen“. Bereits der Europäische Gerichtshof (EUGH) hatte in seinem Urteil vom 29. Juli 2019 die Rechtswidrigkeit des Betriebs von Doel 1 und Doel 2 festgestellt. Damit verbiete sich ein solcher Transport, so der BUND.

Der BUND ist optimistisch, den Brennelementeexport jetzt endgültig stoppen zu können. Der Widerspruch ist aussichtsreich, da der Hessische Verwaltungsgerichtshof Kassel (VGH) die Klage eines Aachener Bürgers gegen die Exportgenehmigung im vergangenen Jahr nur allein deshalb zurückgewiesen hatte, weil er angeblich als Privatperson nicht klageberechtigt sei. Genau das ist aber der BUND als anerkannter Umweltverband nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz.

Genauso rechtswidrig wie der Betrieb der Atomanlagen in Doel und der geplante Export der Brennelemente aus Deutschland nach Belgien ist nach Ansicht des BUND der Export des als „Wertstoff“ getarnten Atommülls nach Russland aus der Produktion der Brennelemente in Lingen. Auch der Betrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau müsse endlich gestoppt werden.

„Atomkraft muss Geschichte werden, sie ist unverantwortlich, unnötig und blockiert die dringend erforderliche Energiewende in Hinblick auf den Klimaschutz“, so dass BUND-Fazit.
(PM)
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Der 26-seitige BUND-Widerspruch kann angefordert werden bei dirk.jansen(at)bund.net
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siehe zum Thema auch =>
BUND klagt gegen Uran-Exporte . . . umweltFAIRaendern . . . 08.01.2021
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siehe zum vorherigen Urteil =>
Unverständnis über Urteil zum Brennelemente-Export von Lingen ins belgische AKW Doel . . . Publiziert am 10. Dezember 2020 von antiatomeuskirchen
sowie =>
Gericht untersagt Brennelement-Export Lingen (D) – Doel (B)
. . . Publiziert am 19. Oktober 2020 von antiatomeuskirchen
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Tschernobyl: Vom Reaktor-GAU zum Welterbe?

Während sich in Fukushima die Schwierigkeiten um die Bewältigung des Super-GAU vor fast zehn Jahren zuspitzen, will die Ukraine die Region um Tschernobyl zum „Welterbe“ erklären lassen. Um Touristen in die verstrahlte Landschaft zu locken. . . . weiterlesen bei => .ausgestrahlt-Blog . . . 06.01.2021

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siehe zum Thema Atomunfall auch =>
Zerstörte AKW in Japan: Neue nukleare Trümmer in Fukushima
Die Hauptzugänge zu zwei der 2011 havarierten Reaktoren sind viel höher radioaktiv kontaminiert als gedacht. Das behindert die Stilllegung. . . . weiterlesen bei => www.taz.de . . . 3.1.2021
sowie =>
55 Prozent der Japaner lehnen Freisetzung von kontaminiertem Wasser aus Fukushima ab
Die Überlegungen der japanischen Regierung, kontaminiertes Wasser aus dem Atomkraftwerk Fukushima ins Meer abzulassen, stoßen bei einer aktuellen Umfrage bei 55 Prozent der Menschen auf Ablehnung. . . . weiterlesen bei => https://sumikai.com . . . 5.1.2021
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AntiAtom-Bündnis AgiEL fordert Einstellung des „Rollstuhlprozesses“ am Lingener Amtsgericht

Umweltaktivistin Cécile Lecomte („Eichhörnchen“) erhebt schwere Vorwürfe: „Staatsanwaltschaft Osnabrück ist strukturell behindertenfeindlich“

Das nächste Kapitel im sogenannten „Rollstuhlprozess“ am Lingener Amtsgericht hat begonnen. Anstatt, wie vom Gericht vorgeschlagen, den Bagatellprozess gegen die Rollstuhlfahrerin endlich einzustellen, macht die Staatsanwaltschaft Osnabrück nun Druck: anhand eines Videoclips, der bei einer Abseilaktion zum Protest gegen die Verschiebung von Uranmüll aus dem westfälischen Gronau nach Rußland entstanden ist, will die Staatsanwaltschaft nun die Glaubwürdigkeit der Angeklagten infrage stellen.

Der an schwerem Rheuma erkrankten Cécile Lecomte wird vorgeworfen, bei einer Anti-Atom Demo im Januar 2019 Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet zu haben, indem sie sich in ihrem Rollstuhl mit angezogenen Handbremsen vor einem Polizeiauto positionierte. Der darauf folgende Prozess am Lingener Amtsgericht musste abgebrochen werden, da die angeklagte Lüneburgerin unter einem Rheumaschub mit derart starken Schmerzen litt, dass sie den Prozess in menschenunwürdiger Haltung auf dem Fußboden des Gerichtssaales liegend verfolgen musste.
Bislang konnte kein neuer Termin für die Verhandlung gefunden werden, da die Staatsanwaltschaft und das Gericht ein Attest der behandelnden Ärzte zur Verhandlungsfähigkeit der Angeklagten nicht akzeptierten und das Gesundheitsamt durch die Corona-Pandemie für eine amtsärztliche Untersuchung derzeit keine freien Kapazitäten hat.
Die Staatsanwaltschaft zeigt dafür offenbar kein Verständnis. Sie will einer Verfügung entsprechend nun durch einen Sachverständigen klären lassen, „ob die Angeklagte sich unter Brücken abseilen kann oder zu ähnlichen Aktionen mit entsprechender Anreise in der Lage ist. Eine Einstellung des Verfahrens nach §153 Abs. 2 StPO kommt für die Staatsanwaltschaft jedenfalls nicht in Betracht.“

In einer Videobotschaft wendet sich die Aktivistin nun an die Staatsanwaltschaft Osnabrück und erhebt schwere Vorwürfe: Die Stellungnahme des ersten Staatsanwaltes zur Verhandlungsfähigkeit sei politisch motiviert, diskriminierend und ableistisch (strukturell behindertenfeindlich).

Das Bündnis AgiEL erklärt sich solidarisch mit der Angeklagten:

„Die Staatsanwaltschaft Osnabrück muss sich frei machen von jeglicher Art der Diskriminierung“, so Alexander Vent vom Bündnis AgiEL. „Solange Behindertenfeindlichkeit dort aber offenbar strukturell verankert ist, können wir keinen fairen Prozess erwarten. Die Staatsanwaltschaft sollte damit aufhören, die Ausübung des Grundrechts auf gewaltfreien Protest gegen die Atomindustrie zu kriminalisieren und stattdessen dem Vorschlag des Gerichts zur Einstellung des Prozesses endlich zustimmen.“
Das Bündnis AgiEL fordert ebenfalls die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke sowie der Uranfabriken Urenco in Gronau und ANF/Framatome in Lingen.
(PM)
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siehe zum Thema auch =>
Offener Brief an die Osnabrücker Staatsanwaltschaft #AbleismTellsMe
. . . https://blog.eichhoernchen.fr
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siehe auch =>
Eichhörnchen-Alarm im Zug (ICE) im Zusammenhang mit dem Dannenröder Forst . . . Publiziert am 7. Dezember 2020 von antiatomeuskirchen
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Trauermahnwache für Raschid Alimow vor der Gronauer Urananreicherungsanlage

Rund 30 Atomkraftgegner*innen beteiligten sich am Sonntag (3.1.2021) an einer Trauermahnwache vor der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau für Raschid Alimow, der am 17.12.2020 im Alter von nur 40 Jahren in Russland an einer Corona-Erkrankung gestorben ist. Als international aktiver Atomkraftgegner war Raschid Alimow auch mehrfach in Gronau, um gegen die umstrittenen und gefährlichen Uranmülltransporte von Gronau nach Russland zu demonstrieren. Zuletzt war er im Herbst 2019 in Gronau.
Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen hatte der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung für Raschid Alimow eingeladen. „Zur Beerdigung nach Russland konnten wir nicht fahren. Aber die Möglichkeit der gemeinsamen Trauer war wichtig“, so der AKU Gronau in einer Pressemitteilung.

Nach der halbstündigen Trauermahnwache wurden zwei Grußworte aus Russland vorgelesen. In einem Grußwort von Aleksandra Koroleva von der russischen Umweltorganisation “Ecodefense!” hieß es: „Rashid war eine der bekanntesten Persönlichkeiten der russischen Anti-Atom-Bewegung. Er nahm an zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen gegen die gefährlichen Pläne der Atomindustrie teil und organisierte diese.”
In einem weiteren Grußwort von Vladimir Slivyak von „Ecodefense!“ wurde betont, dass Raschid Alimow „ein grundsätzlicher Gegner der Atomindustrie war. Wenn er heute dabei sein könnte, würde er sich freuen Euch alle zu sehen und er würde Euch auffordern den Protest gegen die Atomindustrie so lange Ihr könnt fortzusetzen.“

Persönlich anwesend bei der Trauermahnwache war Bernhard Clasen, ein Freund und Dolmetscher von Raschid Alimow. Er nutzte die Gelegenheit und informierte bei der Gedenkveranstaltung über das vielfältige und konsequente Engagement von Raschid Alimow für den Umweltschutz und gegen die Atomindustrie. Seine Botschaft: „Was ich am meisten an Raschid schätze war seine Eigenschaft, mit einem Lächeln „Nein“ zu sagen gegenüber lebensfeindlichen Strukturen. Als ihm bei der EON-Aktionärsversammlung 2010 zu verstehen gegeben wurde, dass er sein Aufnahmegerät abschalten soll, hatte er lieb gelächelt – und das Gerät angeschaltet gelassen. Auch um das Verbot, sich bei seiner Rede vor den EON-Aktionären photographieren zu lassen, hat er sich nicht geschert. Man sagt, Menschen werden müde, jeden Abend und am Lebensabend. Doch Raschid war nicht müde. Wenige Tage vor seinem Tod, als die Ärzte ihn schon aufgegeben hatten, hatte er um jede Minute gekämpft. Er hat solange „Nein“ gesagt, wie er konnte.“
Beendet wurde die Gedenkveranstaltung mit einer Schweigeminute.

Freund*innen von Raschid Alimow möchten seine Familie mit einer Spendensammlung unterstützen. Eine Spende an die Familie bedeutet eine echte Unterstützung und ist mehr als ein Symbol. Informationen zur Spendensammlung unter „Die AntiAtomFamilie spendet für Rashid“

In einem Nachruf mehrerer Umweltorganisationen, darunter auch der AKU Gronau und die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ heißt es:
„Raschid war ein sehr warmherziger, zurückhaltender, freundlicher, aber auch sehr entschlossener Umweltaktivist. Mit Raschid zusammenzuarbeiten war immer eine große Freude. Wir alle konnten von seinem Sachverstand, seiner ruhigen Art und seinem bewundernswerten Engagement unter den sehr schwierigen Bedingungen in Russland profitieren. Über die Jahre entwickelten sich feste Freundschaften – Raschid war ein wichtiges Bindeglied zwischen der russischen, deutschen und niederländischen Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung“.
Und weiter heißt es: „Für deutsche Journalist*innen war Raschid in Russland ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um Atomthemen ging. Immer wieder wurde er zitiert, sei es zu dem neuen, gefährlichen AKW-Schiff oder zu Störfällen in russischen Atomanlagen. Gerade erst veröffentlichte Greenpeace eine Studie zu den Folgen von Tschernobyl mit seiner Beteiligung. Nicht nur die russische Umweltbewegung verliert deshalb eine wichtige Stimme.“

Nach der Gedenkveranstaltung fand der traditionelle Sonntagsspaziergang an der Gronauer Urananreicherungsanlage statt. Mit dieser Aktion wird seit Ende 1986 immer am ersten Sonntag im Monat die Forderung nach der sofortigen Stilllegung der Urananreicherungsanlage unterstrichen.
(PM)
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Weitere Informationen über das Wirken von Raschid Alimow:
Trauer um Rashid Alimov . . . www.greenpeace.de
Wie weiter – Raschid? Zum Tod des russländischen Anti-Atom-Aktivisten . . . www.bi-luechow-dannenberg.de
Wir trauern um Rashid Alimov . . . sofa-ms.de
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Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 (EEG) vom Bundestag beschlossen

(Beide Videos vom 17.12.2020)
Elektrikzitäts-Werke-Schönau (EWS) kritisieren mangelnde Ambition und Aufschieberei

Heute Morgen (17.12.2020) verabschiedete der Bundestag die intensiv diskutierte Novelle für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Trotz relevanter Detailverbesserungen bleibt der große Wurf aus, wichtige Entscheidungen für den Klimaschutz werden erneut vertagt.

In seiner letzten Sitzung vor dem Jahreswechsel hat der Bundestag die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Nachdem das Bundeskabinett Ende September 2020 den Entwurf für ein neues EEG auf den Weg gebracht hatte, ist das parlamentarische Verfahren damit so gut wie abgeschlossen. Die noch ausstehende Zustimmung des Bundesrates gilt als ausgemacht. Somit könnte das Gesetz zum 01.01.2021 in Kraft treten.

Zahlreiche Anpassungen im Bereich der Solar- und Windenergie

Zu den wichtigsten Bestandteilen der Novelle zählen unter anderem Anschlussregelungen für EEG-Anlagen, die nach zwanzigjähriger Förderdauer ihren Anspruch auf die gesetzliche Einspeisevergütung verlieren. So können etwa Betreiber von PV-Anlagen auch künftig ihren Strom an den Netzbetreiber abgeben – allerdings zu wesentlich unattraktiveren Konditionen. Zudem gibt es eigene Ausschreibungen für PV-Dachanlagen sowie Einschränkungen bei Eigenverbrauch und Vergütungsgarantien. Außerdem sollen Kommunen stärker finanziell an der regionalen Wertschöpfung von Windenergieanlagen beteiligt werden. Über die Einführung einer Südquote will der Gesetzgeber schließlich den Zubau der Windenergie in Süddeutschland anreizen. Die Klärung einer ganzen Reihe strittiger Punkte, wie beispielsweise die Anhebung der Erneuerbaren-Ausbauziele für 2030, wurde per Entschließungsantrag kurzerhand ins neue Jahr verschoben.

Verbesserungen bei solarem Mieterstrom und Eigenversorgung

Das nun im Parlament beschlossene Gesetz beinhaltet zweifellos wichtige Verbesserungen in Detailfragen. So werden beispielsweise die Rahmenbedingungen für die Eigenversorgung mit Solarstrom aus Bestands- und Neuanlagen mit einer installierten Leistung bis zu 30 Kilowatt (kW) angepasst und künftig von der EEG-Umlage befreit. Ebenso werden für den PV-Mieterstrom bürokratische Hürden fallen und dieses Versorgungskonzept auf Quartiere ausgeweitet. Dadurch werden wichtige und längst überfällige Weichenstellungen vorgenommen, damit die Energiewende auch in den urbanen Zentren endlich Fahrt aufnehmen kann.

Höhere Erneuerbaren-Ausbauziele erneut vertagt

Dennoch bleibt das neue EEG weit hinter dem zurück, was angesichts der Klimakrise eigentlich notwendig ist. „Mit dem vorliegenden Gesetz sind die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens definitiv nicht erreichbar – auch weil die notwendige Planungssicherheit für Investitionen in Erneuerbare Energien weiter nicht gegeben ist“, so Sebastian Sladek, Vorstandsmitglied der EWS Schönau eG. Es sei verheerend, dass sich die Koalitionäre nicht auf eine verbindliche und unverzügliche Anhebung der Erneuerbaren-Ausbauziele für 2030 verständigen konnten. Damit überflügele nun auch die EU, die ihre Mitglieder längst zu ambitionierten Emissionsminderungen drängt, den einstigen Klimaschutzvorreiter Deutschland, in dessen Regierung sich einige Vertreter offensichtlich lieber auf parteipolitisches Gezänk konzentrierten.
Dabei gelte es gerade jetzt den Zubau wieder zu beschleunigen und auf einem hohen Niveau zu stabilisieren.
Vor allem werde das von vielen Energiewende-Experten bezifferte enorme Ausbaupotenzial für die Solarenergie mit dieser Novelle weiter nicht vollständig gehoben. Wichtige Maßnahmen, z.B. die Einführung einer bundesweiten Solarpflicht, so wie sie auch die EWS in ihrer Stellungnahme forderten, wurden nicht aufgegriffen. Und mit der Streichung des Satzes, dass die Errichtung Erneuerbarer Energien im Sinne des öffentlichen Interesses sei, sende man zudem ein fatales, die Energiewende diskreditierendes Signal an die Öffentlichkeit.

Die Politik des Zögerns und Zauderns gehe also weiter

Dabei sei der Faktor Zeit längst das knappste Gut im Kampf gegen den Klimawandel. „Die dezentrale Bürgerenergiewende jedenfalls steht scharrend in den Startlöchern. Die Politik muss endlich alle Schleusen öffnen – denn wir brauchen von allem schneller mehr“, so Sladek. Und diese Position würden die EWS auch im Wahljahr 2021 nachhaltig vertreten.
(PM)
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siehe zum Thema auch =>
Neues Erneuerbare-Energien-Gesetz: Ökostrom-Reform beschlossen
Der Bundestag hat die umstrittene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verabschiedet. Doch die strittigen Punkte wurden verschoben. . . . weiterlesen bei => www.taz.de . . . 17.12.2020
und =>
Ausbau der Erneuerbaren Energien: Bundestag beschließt Ökostromreform
Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes galt als einer der Streitpunkte in der Klima- und Energiepolitik der Großen Koalition. Gerade noch rechtzeitig hat der Bundestag eine Novelle verabschiedet – sie stößt auf Kritik. . . . weiterlesen bei => www.spiegel.de . . . 17.12.2020
sowie =>
Energiewende: Bundestag beschließt Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
Ab dem 1. Januar soll die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Kraft treten. Die Opposition kritisiert fehlende Ausbaupläne hinsichtlich der EU-Klimaziele. . . . weiterlesen bei => www.zeit.de . . . 17.12.2020
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EU-Taxonomie: Greenwashing für Atomkraft verhindern

• Kein grünes Geld für Atomkraft
• Bundesregierung muss Koalitionsvertrag umsetzen
• 130 NGOs fordern wissenschaftsbasierte EU-Taxonomie

Anlässlich der Veröffentlichung des Entwurfs der delegierten Rechtsakte für ein nachhaltiges europäisches Finanzlabel („EU-Taxonomie“) durch die EU-Kommission erneuert die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt die Forderung nach einer Taxonomie, die Atomkraft sicher ausschließt.
.ausgestrahlt-Vorstand Matthias Weyland erklärt:
„Die Option, die Hochrisikotechnologie Atomkraft über den Umweg der EU-Taxonomie als angeblich ‚nachhaltiges Investment‘ zu deklarieren, ist noch nicht vom Tisch. Die Bundesregierung, allen voran Bundesfinanzminister Olaf Scholz, muss sich diesem Versuch nuklearen Greenwashings entschieden widersetzen. Atomkraft verursacht von der Urangewinnung bis zur Lagerung der strahlenden Abfälle immense Umweltschäden. Ein schwerer Atomunfall in einem europäischen AKW bedroht Leben und Gesundheit von Millionen EU-Bürger*innen. Mit ‚Nachhaltigkeit‘ hat das nichts zu tun. Finanzminister Scholz muss daher nach Vorlage des Entwurfs der ersten delegierten Rechtsakte darauf hinwirken, dass Atomkraft im weiteren Verfahren kein Gütesiegel erhält.“

(Video oben: Der gefaehrliche Abbau von Uran, 3sat vom 08.02.2008 • Leider immer noch aktuell! • Damals wie heute [Klimakrise] wird an einer Reanimation der Atomkraft gearbeitet)
(Video unten: ARD – Quarks • am 27.07.2019 veröffentlicht)
Aufgrund strittiger Einschätzungen zwischen den Mitgliedstaaten war die Einstufung von Atomkraft in der bisherigen Rechtsakte noch ausgeklammert worden. In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD festgehalten, dass sie eine EU-Förderung für neue AKW ablehnen. „Auch aus diesem Grund dürfen sie nun nicht zulassen, dass die Atomindustrie unter einem ‚grünen‘ Deckmantel Zugang zu neuen öffentlichen und privaten Finanzquellen erhält“, erklärt Weyland.
Über 130 europäische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) forderten in einer heute veröffentlichten ausführlichen Stellungnahme gemeinsam mit .ausgestrahlt eine wissenschaftsbasierte EU-Taxonomie, die Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien ernst nimmt und dazu unter anderem Atomkraft ausschließt.
(PM)
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Weitere Informationen unter =>
Stellungnahme von .ausgestrahlt und mehr als 130 weiteren Nichtregierungsorganisationen (NGO)
Dokumente der EU-Kommission zur Taxonomie.
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siehe zum Thema auch =>
BUND fordert: Keine Förderung für Wasserstoff aus Atomkraftwerken
. . . Publiziert am 11. Dezember 2020 von antiatomeuskirchen
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BUND fordert: Keine Förderung für Wasserstoff aus Atomkraftwerken

Deutschland darf Atomausstieg nicht durch europäische Hintertür aushebeln

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert, dass die Bundesregierung in den letzten Tagen ihrer
EU-Ratspräsidentschaft den Weg für die Wasserstofferzeugung durch neue Atomkraftwerke bereitet.

Im Zuge dessen sollen die Förderkriterien für von der Europäischen Union finanzierte Wasserstoffprojekte entsprechend aufgeweicht werden.
Der BUND lehnt dies kategorisch ab und fordert die Bundesregierung auf, weiter auf erneuerbare Energien zu setzen, die einzige nachhaltige und sichere Energiequelle für Wasserstoff.

Verena Graichen, stellvertretende BUND-Vorsitzende:
„Anstatt Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen klar Vorrang zu geben,
soll dem Wortlaut der Förderkriterien nach künftig allgemein ‚sauberer‘ Wasserstoff gefördert werden. Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Energien würde so mit der aus Erdgas und Atomkraft gleichgestellt – anders als in der europäischen Wasserstoffstrategie bislang vorgesehen. Es ist grotesk, dass sich ausgerechnet die Bundesregierung dafür einsetzt. Deutschland als Land des Atomausstiegs darf nicht zum Wegbereiter einer europäischen Renaissance der Atomkraft werden. Unabhängig vom Folgeprodukt und dessen Nutzen bleibt die Erzeugung von Atomstrom hochriskant, die Urangewinnung eine horrende Umweltverschmutzung und die Endlagerung von Atommüll ein ungelöstes generationenübergreifendes Problem.“

Die geplante Ausweitung der Strombezugsquellen für die Wasserstofferzeugung wird im Entwurf des Manifests „für die Entwicklung einer europäischen sauberen Wasserstoff-Wertschöpfungskette“ deutlich, das dem BUND vorab vorliegt. Dieses Manifest wird voraussichtlich am 17. Dezember 2020 vom zuständigen EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Thierry Breton, gemeinsam mit den teilnehmenden Mitgliedsstaaten öffentlich präsentiert werden. Die Schaffung eines „Important Project of Common European on Hydrogen Technologies and Systems (IPCEI für Wasserstoff)“ soll dabei von der übergeordneten und offenen Kategorie „sauberer Wasserstoff“ geleitet werden.
In dieselbe Richtung weist auch der im vorliegenden Entwurf der „Schlussfolgerungen des Rates – In Richtung eines Wasserstoffmarktes für Europa“ enthaltene Vorschlag, verschiedene „sichere und nachhaltige CO2-arme Technologien“ unterschiedslos als Klimaschutzoptionen und Erzeugungsquellen für Wasserstoff anzuerkennen. Über diesen Entwurf wird beim Treffen der EU-Energieminister am kommenden Montag abschließend beraten. Der ursprünglich vorgesehene Vorrang erneuerbarer Energien für den Aufbau der europäischen Wasserstoffwirtschaft wurde bereits abgeschwächt.

Graichen: „Deutschland darf den Atomausstieg nicht durch die europäische Hintertür rückgängig machen.
Die Hochrisikotechnologie darf nicht als sichere und saubere Erzeugungsquelle staatlich anerkannt und durch neue Fördermittel begünstigt werden.
Der zu erwartende Energiebedarf einer Wasserstoffwirtschaft darf nicht zu groß ausgelegt werden, um atomare Erzeugungsquellen in der Folge als vermeintlich notwendigen Beitrag zur Klimaneutralität zu rehabilitieren.
Es ist die Aufgabe der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, den Fokus weiter auf saubere und sichere erneuerbare Energien zu setzen.“
(PM)
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Mehr Informationen =>
Klimaschutz durch grünen Wasserstoff?
Aufgrund seiner vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zieht Wasserstoff derzeit das Interesse von Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit auf sich und wird bereits als „Öl des 21. Jahrhunderts“ angepriesen. Für den BUND wirft der derzeitige Hype hingegen viele Fragen auf. . . . weiterlesen bei => www.bund.net

Uranatlas: Daten und Fakten über den Rohstoff des Atomzeitalters
Seit den 1930er Jahren wird Uran aus der Erde geholt, zuerst in der belgischen Kolonie Kongo, dann jahrzehntelang in Südafrika und heute in Namibia und Niger. Uran steckt in AKWs, Atombomben und Geschossen, die Panzer durchdringen. Nur 10 Konzerne dominieren den weltweiten Markt.
Mit 130 Atommeilern am Netz ist die Europäische Union immer noch der weltweit größte Verbraucher. Auch in Deutschland wird trotz beschlossenem Atomausstieg an der vierten AKW-Generation geforscht.
Doch mit Milliardenverlusten und der Konkurrenz durch die Erneuerbaren ist Atomenergie ein Auslaufmodell – während der Müll, inzwischen sind weltweit 350.000 hochradioaktive Tonnen angefallen, weiter strahlt. Warum Uran in der Erde bleiben sollte, erklärt auf 50 Seiten der Uranatlas 2019.
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siehe zum Thema auch =>
Uran – Der dreckige Atom-Brennstoff
. . . Publiziert am 6. August 2020 von antiatomeuskirchen
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sowie die Pressemitteilung von .ausgestrahlt vom 15.12.2020 =>
EU-Taxonomie: Greenwashing für Atomkraft verhindern
. . . Publiziert am 15. Dezember 2020 von antiatomeuskirchen
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