Suche nach Atommüllendlager: Gorleben ist tatsächlich raus

• Geologische Mängel des Salzstocks in Gorleben sind zu groß
• 90 mögliche Standorte in Deutschland
• Darunter mehrere mögliche Standorte in NRW

„Der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) schließt den bisherigen Endlagerstandort Gorleben von der weiteren Endlagersuche aus.
Den Ausschlag gaben neben den Ausschlusskriterien und den Mindestanforderungen laut BGE die Abwägungskriterien“, schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) in ihrer PM.
Die BI reagiert dennoch verhalten auf diesen Bericht, denn eine Gleichbehandlung von Ton, Kristallin und Salzgestein sei nicht erkennbar, wenn von 90 Teilgebieten allein 74 auf Salz fielen.
„Wir hatten die klare Erwartung, dass Gorleben in dem neuen Suchverfahren wegen der geologischen Mängel herausfallen müsste, und zwar bereits im ersten Schritt “, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Datenfülle zu Gorleben sei im Gegensatz zu allen anderen Teilgebieten erdrückend. „Wenn nach über 40 Jahren nun ein Schlussstrich unter das Gorleben-Kapitel gezogen wurde, ist es eine Chance, das Suchverfahren wirklich unbelastet von den alten Querelen wissenschaftsbasiert und fair zu gestalten. Unsere Befürchtung, Gorleben als Rückfalloption aus politischen Gründen im Spiel zu halten, ist seit heute vom Tisch.“
Die Kritik am Suchverfahren sei damit nicht vom Tisch. Vor allem die Fachkonferenz Teilgebiete, in der alle betroffenen Regionen den BGE-Bericht unter die Lupe nehmen, böte keine Möglichkeit einer echten Mitbestimmung, heißt es weiter.

Und Jochen Stay von .ausgestrahlt kommentiert: „Ein 43 Jahre alter Fehler wurde endlich geheilt. Die geologischen Mängel des Salzstocks in Gorleben sind schon lange bekannt. Mit dem heutigen Tag werden diese nun auch offiziell bestätigt. Dieser Erfolg wäre ohne den unermüdlichen Widerstand nicht möglich gewesen.“
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siehe zum Thema auch =>
Atommüll-Endlager: Diese Gebiete in NRW gehören zur Auswahl
Bei der Suche nach einem deutschlandweiten Endlager für Atommüll ist eine erste Entscheidung getroffen – mehr aber auch nicht.
In die Auswahl kommen 90 Gebiete, darunter sieben in Nordrhein-Westfalen.
Das hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung am Montag bekannt gegeben.
. . . weiterlesen bei => www1.wdr.de . . . 28.09.2020
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Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist zurück

• „Fridays for Future“ protestierten am Freitag wieder weltweit
• „Ende Gelände“ beendet erfolgreiches Aktionswochenende
• Erneut kam es zu Polizeigewalt

Fridays for Future-Protest

„Allein in Deutschland waren (am Freitag) über 200.000 Menschen mit Abstand und Maske auf der Straße.
In Berlin waren wir 21.000 Menschen, in Hamburg 16.000 und in Köln 10.000.
Von Bruchhausen-Vilsen bis nach Berlin: Egal, ob kleines Dorf oder Millionenstadt, ob West- oder Ostdeutschland, wir haben heute gemeinsam ein starkes Zeichen gesetzt. An über 450 Orten in Deutschland waren Menschen mit uns auf den Straßen und haben die Einhaltung des 1,5°C Ziels eingefordert. Wir waren viele und wir waren bunt . . .
Und nicht nur in Deutschland sind wir für Klimagerechtigkeit aufgestanden: Weltweit gab es heute unglaubliche 3.211 Aktionen!“ schreiben Fridays for Future am 25.05.2020 auf ihrer Website.

„Ende Gelände“ beendet erfolgreiches Aktionswochenende

Ende Gelände hat heute um 10 Uhr das Aktionswochenende für beendet erklärt. Im gesamten Rheinland wurde bei den Protesten Kohle- und Gasinfrastruktur von über 3.000 Aktivist*innen blockiert.
Ende Gelände fordert den Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern sowie einen grundlegenden Systemwandel.

„Wir sind sehr zufrieden mit der erfolgreichen Aktion. Wir haben mit vielfältigem Protest gezeigt, dass Kohle und Gas im Boden bleiben müssen – und zwar sofort!“, zieht Bündnissprecherin Ronja Weil ein positives Fazit und kommentiert: „Gemeinsam mit Fridays for Future wurde weltweit gezeigt: Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist zurück!“

Am Freitag nahmen allein in Deutschland über 200.000 Personen am globalen Streik von Fridays for Future teil. Am Tagebau Garzweiler protestierten am Samstag Fridays for Future und die Initiative Tagebaubetroffener „Alle Dörfer bleiben!“ für Klimagerechtigkeit und den Erhalt der von Abbagerung bedrohten Dörfer. In Keyenberg – einem der bedrohten Dörfer – wurde gestern die Gaststätte des Dorfes von Ende Gelände Aktivist*innen wiedereröffnet.

Paula Eisner, Pressesprecherin von Ende Gelände ergänzt: „Dieses Wochenende ist ein Grund zur Hoffnung. Wir werden nicht aufhören, für einen gerechten und ökologischen Systemwandel zu kämpfen. Seite an Seite mit den Menschen aus den Dörfern können wir Großkonzernen wie RWE die Stirn bieten. Unsere gemeinsamen Aktionen sind nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird, wenn RWE den Abriss der Dörfer fortführt.“
(PM)

Erneut kam es zu Polizeigewalt


Video links: Trotz massivem Polizeieinsatz und Übergriffen durch den RWE Sicherheitsdienst gelangen eine Reihe von Aktionen. Hier zu sehen ist der Lila-Finger. (veröffentlicht am 27.09.2020)
Video rechts: Um Demonstranten vom Tagebau fernzuhalten, setzte die Polizei vereinzelt Pfefferspray, Schlagstöcke, Polizeihunde und eine Reiterstaffel ein. (veröffentlicht am 27.09.2020)

Gewalt bei Ende Gelände: Im Schwitzkasten der Werkschützer
Tausende protestieren im rheinischen Braunkohlerevier. Bei Besetzungen verletzten Einsatzkräfte der Polizei mehrere Kohlegegner*innen. . . . weiterlesen bei => www.taz.de . . . 27.09.2020

Aktionen von Ende Gelände im Rheinland: Im Morgengrauen zur Blockade
Trotz Corona blockiert Ende Gelände dieses Wochenende wieder den Braunkohletagebau im Rheinland. RWE-Mitarbeiter agieren aggressiv. . . . weiterlesen bei => www.taz.de . . . 26.09.2020

Klimaproteste von Ende Gelände: Wiedereröffnung der letzten Kneipe
Ende Gelände hat im vom Braunkohletagbeau bedrohten Dorf Keyenberg ein Haus besetzt. Anwohner*innen sind froh über die Proteste. . . . weiterlesen bei => www.taz.de . . . 26.09.2020
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Grenzüberschreitende UVP für AKW Doel 1 & 2: Anti-Atom-Initiativen rufen zur Teilnahme bis zum 30.09.2020 auf

• Anti-Atom-Initiativen fordern Teilnahme von Bund und Ländern
• Aber auch Privatpersonen können teilnehmen
• Nutze Dein Bürgerrecht: Mach auch Du mit!

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Aachen, Lingen, Bonn und Münster sowie das Umweltinstitut München haben diese Woche vom Bundesumweltministerium, den Landesregierungen in Düsseldorf und Hannover sowie der Stadt und Städteregion Aachen die Teilnahme an der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die belgischen AKW Doel 1 und 2 (Antwerpen) schriftlich gefordert.
Das Bundesumweltministerium hatte entsprechende Informationen dazu am 8. September veröffentlicht.
Die von der belgischen Regierung initiierte Registrierungsphase für das UVP-Verfahren läuft nur noch bis zum 30. September 2020.

2015 hatte die belgische Regierung eine 10-jährige Laufzeitverlängerung für die Reaktoren Doel 1 und Doel 2 beschlossen. Für den rechtmäßigen Betrieb ist dazu eine grenzüberschreitende UVP vorgeschrieben, die von der belgischen Regierung nicht durchgeführt wurde.
Diese Unterlassung hatte der EuGH im Juli 2019 (s. Hintergründe) als rechtswidrig eingestuft. Im März 2020 bestätigte der belgische Verfassungsgerichtshof dieses europäische Urteil.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen fordern angesichts des formal geduldeten Betriebes der sehr störanfälligen AKW von der belgischen Regierung die sofortige Stilllegung von Doel 1 und 2. Nach heutigen Sicherheitsstandards wären die beiden 45 Jahre alten Reaktoren nicht mehr genehmigungsfähig. Erst 2018 trat bei einem schweren Störfall in Doel 1 tagelang hochradioaktives Wasser aus.

„Ein massiver Austritt von Radioaktivität hat bis nach Deutschland Auswirkungen. Deshalb fordern wir von der Bundesregierung, den Landesregierungen sowie der Stadt und Städteregion Aachen die Teilnahme an der belgischen UVP,“ erklärte Katrin Wolfarth vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie. „Es sollten möglichst viele Einzelpersonen, Organisationen und Städte ihre durch die Aarhus-Konvention verbrieften Rechte auf Öffentlichkeitsbeteiligung wahrnehmen und sich in der verbliebenen kurzen Zeit für die UVP registrieren!“
Die Anti-Atomkraft-Initiativen und das Umweltinstitut München werden ebenfalls an der grenzüberschreitenden UVP teilnehmen.

Zeitgleich ist weiterhin vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt die Klage eines Aachener Atomkraftgegners gegen die im März 2020 erteilte Exportgenehmigung für neue Brennelemente von der Brennelementefabrik Lingen eben für Doel 1 und 2 anhängig. Die Klage hat aufschiebende Wirkung.
(PM)
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Nutze Dein Bürgerrecht!
Mach auch Du mit!

Die Aarhus Konvention stellt den Rahmen für eine entsprechende Bürgerbeteiligung – die Registrierung ist ganz einfach:
Zur Registrierung genügt es, eine E-Mail mit der Referenznummer 0314.595.348 an folgende Adresse zu verschicken:
nuclear@economie.fgov.be
Und einfach folgenden Text (französisch wie auch deutsch) hineinkopieren und mit den persönlichen Angaben ergänzen:

Mesdames et Messieurs,
en tant que personne privée qui serait touchée en cas d’accident grave à Doel 1 et Doel 2, je voudrais participer à la procédure d’évaluation transfrontalière des incidences sur l’environnement pour la prolongation de la durée d’exploitation de Doel 1 et Doel 2.
Je me réfère à la notification portant le numéro de référence 0314.595.348 et vous prie de m’inscrire à la procédure, de me le confirmer le plus rapidement possible ou de m’informer immédiatement sur la manière dont je peux m’inscrire officiellement.
Voici mes coordonnées:
(vollständiger Name, Anschrift) Allemagne
Tél.: 0049 (Rufnummer)
E-mail: (E-Mail-Adresse)
Cordialement
(vollständiger Name)

Sehr geehrte Damen und Herren,
als Privatperson, die im Falle eines schwerwiegenden Unfalls bei Doel 1 und Doel 2 betroffen wäre, möchte ich mich am grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren zur Verlängerung der Betriebsdauer von Doel 1 und Doel 2 beteiligen.
Ich verweise auf die Notifizierung mit der Referenznummer 0314.595.348 und bitte Sie, mich für das Verfahren anzumelden, mir dies so bald wie möglich zu bestätigen oder mich umgehend darüber zu informieren, wie ich mich offiziell anmelden kann.

Hier sind meine Kontaktdaten:
(vollständiger Name, Anschrift) Deutschland
Tel.: 0049 (Rufnummer)
E-Mail: (E-Mail-Adresse)

Mit freundlichen Grüßen
(vollständiger Name)

Und nix vergessen: Vor dem 30.09. abschicken!!!
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Hintergründe:
Aufgrund der Verlängerung der Reaktoren 2015 durch die belgische Regierung wendeten sich die Umweltorganisationen Bond Beter Leefmilieu (BBL) und Inter-Environnement Wallonie (IEW) an das belgische Verfassungsgericht.
Dieses verwies den Fall an den Gerichtshof der Europäischen Union (CJEU), welcher dann zugunsten der Verbände entschied. In den Schlussfolgerungen wurde klargestellt, dass gemäß dem Übereinkommen von Aarhus und Espoo für eine entsprechende Verlängerung der Laufzeiten eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung und öffentliche Konsultation durchzuführen und bis Ende 2022 zur Verabschiedung einzureichen sei. Das von der Regierung angeführte Argument der Versorgungssicherheit befreit sie nicht von der Einhaltung dieser Konventionen.
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Brokdorf: Die letzte Revision

Das endgültige Ende naht: Atomkraft wird weltweit von Erneuerbaren Energien verdrängt.
So auch in Brokdorf, das AKW ist derzeit zum letzten Mal für die Jahreswartung vom Netz.
Ende 2021 ist gesetzlich Schluss, doch der Meiler könnte (und sollte!) für immer aus bleiben. . . . weiterlesen bei => .ausgestrahlt-Blog . . . 25.09.2020
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Neue Studie belegt: Atomkraft hat Deutschland bis heute bereits mehr als eine Billion Euro gekostet

Die Nutzung der Atomenergie zur Stromerzeugung in Deutschland hat seit den 1950er-Jahren geschätzte gesamtgesellschaftliche Kosten von mehr als einer Billion Euro verursacht.
Das geht aus einer neuen Studie hervor, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft Greenpeace Energy erstellt hat. Diese Summe umfasst sowohl staatliche Förderungen als auch Verkaufspreise des Stroms sowie externe Kosten. „Kein anderer Energieträger hat so hohe Kosten verursacht wie die riskante Atomkraft, die auch nach 65 Jahren höchst unwirtschaftlich ist“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy.

Deutschlands Einstieg in die zivile Nutzung der Atomenergie hatte am 20. Oktober 1955 mit der Gründung des Bundesministeriums für Atomfragen begonnen. Seither sind hierzulande mit staatlicher Förderung mehr als 100 Atomanlagen in Betrieb gegangen – kommerziell genutzte AKWs ebenso wie Forschungsreaktoren und Lager für radioaktiven Müll.

Das FÖS hat die seit 1955 erfassbaren Förderungen und staatlichen Ausgaben zusammengetragen. 287 Milliarden Euro machen in diesem Zeitraum allein direkte und indirekte staatliche Förderungen aus – wie etwa Finanzhilfen, Forschungsausgaben oder Steuervergünstigungen, aber auch Vorteile für Atomkonzerne durch den Emissionshandel oder eigene Rückstellungen. Weitere neun Milliarden Euro entfallen auf sonstige staatliche Kosten, etwa für Polizeieinsätze bei Castor-Transporten oder für von der Bundesrepublik übernommene Atom-Folgekosten als staatlicher Nachfolger der DDR.

„Ein Großteil dieser Kosten war im Strompreis nie enthalten, weshalb Atomenergie fälschlicherweise als kostengünstige Stromquelle galt“, sagt Sönke Tangermann. Für eine Gesamtbilanz der gesamtgesellschaftlichen Kosten von Atomstrom werden in der Studie neben den Belastungen für den Staatshaushalt auch der Verkaufspreis des Stroms sowie externe Kosten ermittelt, die die Atomkonzerne jahrzehntelang auf die Gesellschaft abwälzen konnten, wie etwa das Risiko von Störfällen.

Allein zwischen 2007 und 2019 – der Zeitspanne mit der besten Quellenlage – summieren sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten von Atomstrom laut FÖS auf bis zu 533 Milliarden Euro. Hochgerechnet auf den gesamten Zeitraum seit 1955 gehen die Forscherinnen und Forscher auch bei konservativen Annahmen davon aus, dass die Summe der gesamtgesellschaftlichen Kosten die Billionengrenze deutlich überschreitet.

Ende 2022 wird die Stromerzeugung durch Atomenergie in Deutschland beendet – dennoch ist die Endlagerfrage derzeit ungelöst und die Produktion von Atombrennstoff soll weitergehen. Auch nach 2022 fallen entsprechend hohe staatliche Ausgaben an. Laut FÖS sind Kosten in Höhe von mindestens sieben Milliarden Euro bereits konkret absehbar, die nicht von den AKW-Betreibern abgedeckt werden: Für die Sanierung des Atomlagers Morsleben und des Forschungsendlagers Asse sowie des Uranerzbergbaus Wismut oder für die Stilllegung ehemaliger AKW-Standorte. Noch nicht quantifizierbar sind künftige Beitragszahlungen Deutschlands für internationale Atom-Organisationen. „Weitere staatliche Ausgaben könnten hinzukommen – vor allem, wenn der 2017 eingerichtete Atomfonds nicht ausreicht, um die Kosten für ein künftiges Endlager zu decken“, sagt Studienleiterin Swantje Fiedler vom FÖS.

Dass aktuell dennoch einzelne Interessengruppen AKW-Laufzeitverlängerungen oder sogar Investitionen in neue Atomprojekte fordern, hält Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann für realitätsfern: „Wir erwarten, dass die Bundesregierung diese Geisterdebatte endlich mit einer klaren Ansage beendet, denn sie dient nur dazu, erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie zu diskreditieren und echten Klimaschutz zu verlangsamen.“ Ein Weiterbetrieb bestehender Atomkraftwerke über 2022 hinaus verteuert laut FÖS-Studie nicht nur die ohnehin ungelöste Endlagerung aufgrund zusätzlicher Atommüll-Mengen, sondern würde zudem zeitgemäße sicherheitstechnische Nachrüstungen alter AKWs – unter anderem zum Schutz vor Extremwetter oder Terroranschlägen – nötig machen.

„Angesichts der enormen Kosten und einer alternden Infrastruktur mit immer größeren Risiken kann die Atomkraft keine ernsthafte Alternative sein kann, um die Klimakrise effektiv zu bekämpfen“, sagt Sönke Tangermann. Greenpeace Energy fordert daher, den deutschen Atomausstieg konsequenter als bisher umzusetzen – und neben der Atomstromproduktion Ende 2022 auch vertragliche Verpflichtungen Deutschlands zugunsten der Atomindustrie in der jetzigen Form zu beenden. Dazu zählen etwa die Beitragszahlungen zur Europäischen Atomgemeinschaft Euratom oder internationale Haftungsabkommen für grenzüberscheitende Atomunfälle, da diese nur unzureichende Deckungssummen vorsehen. Zudem sollte sich die Bundesregierung gegen Bestrebungen der Atomlobby wehren, ausländische Atomprojekte in Zukunft wieder durch deutsche Hermesbürgschaften zu finanzieren.
(PM)
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hier geht´s zur Studie (pdf) =>
Gesellschaftliche Kosten der Atomenergie in Deutschland
Eine Zwischenbilanz der staatlichen Förderungen und gesamtgesellschaftlichen Kosten von Atomenergie seit 1955 . . . September 2020

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siehe zum Thema auch =>
Aktenzeichen a.t.o.m. ungelöst
Spätestens am 31. Dezember 2022 geht das letzte deutsche AKW vom Netz. Doch die nukleare Ära ist nicht vorbei.
Der Meilerabriss wird Milliarden verschlingen, und die Suche nach einem Endlager geht in diesem Herbst erst so richtig los.
Ein Ausstiegsausblick in drei Kapiteln:
1) Endlager: Der „Huch“-Effekt
2) Rückbau: Das Milliardengrab
3) Energieversorung: Die „Stromlücke“
. . . weiterlesen bei => www.greenpeace-magazin.de . . . Ausgabe 5.20
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Dezentrale Blockadeaktion von Ende Gelände im Rheinland vom 23.- 28. September 2020


Alle Infos bei => www.ende-gelaende.org

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Jülich (FZJ) und andere deutsche Zwischenlager für hoch radioaktive Abfälle: Bundesregierung spielt mit dem Feuer

• Studie des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) zu deutschen Zwischenlagern – Brunsbüttel und Jülich sogar ohne Genehmigung
• Jülich (FZJ): Vier Jahre „Westcastor-Resolution“ – und nix tut sich
• Die Politik verschleppt das Problem
• Gleichzeitig gestaltet sich die Endlagersuche schwierig

Die Suche nach einem tiefengeologischen Lager für hoch radioaktive Abfälle löst nicht das akute Zwischenlagerproblem.
Eine Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt:

Die Situation der 16 deutschen Zwischenlager für hoch radioaktive Abfälle ist weiterhin teils hoch problematisch. Es fehlen Genehmigungen, Sicherheitsvorkehrungen sind unzureichend, es gibt kein Gesamtkonzept. Der BUND fordert von der Bundesregierung endlich ein belastbares Zwischenlagerkonzept – transparent erarbeitet, mit Beteiligung der Öffentlichkeit.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Die konzeptlose Zwischenlagerung des Atommülls in Deutschland gefährdet Mensch und Natur. Dieses brisante Thema wird von der Politik schon viel zu lange verschleppt, weil sich niemand daran die Finger verbrennen will. Doch es wird noch Jahrzehnte dauern, bis diese Abfälle in ein tiefengeologisches Lager verbracht werden können – wenn es überhaupt gelingt. Diese Zeit haben wir nicht. Der BUND fordert daher eine zügige und umfassende Überprüfung des gesamten Zwischenlagerkonzepts.“

Oda Becker, Diplom-Physikerin und Studienautorin: „Die zwei deutschen Zwischenlager Jülich und Brunsbüttel besitzen seit sieben Jahren wegen fehlender Sicherheitsnachweise keine gültigen Genehmigungen.
Die abgebrannten Brennelemente lagern dort einzig aufgrund aufsichtlicher Anordnungen. In das relativ schlecht geschützte Zwischenlager Ahaus sollen die abgebrannten Brennelemente aus dem Forschungsreaktor FRM II in München verbracht werden. Es handelt sich hierbei um 87,5 Prozent angereichertes und damit waffenfähiges Uran. Dieses Vorgehen ist absolut verantwortungslos.“

Je länger Atommüll zwischengelagert wird, desto älter werden Behälterkomponenten. Das wirkt sich negativ auf die Sicherheit aus. So fehlen bisher Nachweise für das Verhalten der Materialien, die die Dichtheit für die erforderlichen langen Zeiträume gewährleisten sollen. Auch ist es in Deutschland zurzeit nicht vorgeschrieben, den Zustand der gelagerten Brennstäbe zu überprüfen. Die Sicherheit wird einzig durch rechnerische Nachweise geführt. „Das ist absolut unzureichend“, so Becker.

Die Genehmigungen für die deutschen Zwischenlager sind auf 40 Jahre befristet. Sie enden zwischen 2034 und 2047. Ein tiefengeologisches Lager für hoch radioaktive Abfälle soll aber frühestens 2050 betriebsbereit, die Einlagerung erst 2070 abgeschlossen sein. Dieser Zeitplan wird jedoch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einhellig als unrealistisch angesehen. Demnach ist eine erste Einlagerung erst in etwa 100 Jahren (2117) wahrscheinlich.

Bandt: „Es wäre fatal, wenn das Zwischenlagerproblem dafür herhalten müsste, dass eine Atommülllagersuche auf Kosten von Sicherheit und Partizipation beschleunigt wird. Das Verfahren für die Entwicklung eines neuen Zwischenlagerkonzepts muss transparent und mit umfassender Bürgerbeteiligung erfolgen. Das wäre im Sinne politischer Glaubwürdigkeit und ein wirksamer Schritt hin zu einer erfolgreichen Standortauswahl für ein tiefengeologisches Lager.“
(PM)
Hier geht´s zur => BUND-Studie von September 2020 (pdf):
Aktuelle Probleme und Gefahren bei deutschen Zwischenlagern für hoch-radioaktive Abfälle

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siehe zum Thema auch =>
Atommüll:
Gefährliche deutsche Zwischenlager

Die Bundesregierung spielt mit dem Feuer. Es fehlen Genehmigungen, Sicherheitskonzepte und Untersuchungen zu langfristigen Auswirkungen des Atommülls in Zwischenlagern. Gleichzeitig gestaltet sich die Endlagersuche schwierig. . . . weiterlesen bei => www.energiezukunft.eu . . . 04.09.2020
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sowie den .ausgestrahlt Text =>
Planlose und gefährliche Zwischenlagerung
Selbst wenn der aktuelle Suchprozess für ein Atommüll-Lager am Ende einen Standort benennt, an den der gesamte hochradioaktive Müll gebracht werden soll: Der Abfall wird sich noch sehr lange in unzureichend geschützten Zwischenlagerhallen befinden. Die Politik verschleppt das Problem. . . . weiterlesen bei => .ausgestrahlt-Blog . . . 04.09.2020
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und zum Thema Jülich (FZJ) =>
Fehlende Genehmigung für das Zwischenlager Jülich
Das Zwischenlager Jülich wird nunmehr seit mehr als sechs Jahren ohne Genehmigung betrieben, obwohl bereits 2007 – vor mehr als zwölf Jahren(!) – eine Verlängerung der Genehmigung beantragt wurde.
Für das Zwischenlager in Jülich hat die zuständige Aufsichtsbehörde bereits vor sechs Jahren die Anordnung zur Räumung angeordnet. Dieser Zustand wird vermutlich noch eine Weile andauern.
Selbst die „Lösungssuche“ ist – zumindest offiziell – noch lange nicht abgeschlossen.
Statt schnellstmöglich eine konstruktive bauliche Verbesserung anzustreben, wird versucht das Problem anderweitig zu lösen.
Anhand dieser Erfahrungen kann befürchtet werden, wie die Situation der Zwischenlager bei Auslaufen der jetzigen Genehmigungen sein wird: Die Behälter werden in aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht genehmigten Zwischenlagern noch Jahrzehnte aufbewahrt werden (müssen).
(aus => BUND-Studie „Aktuelle Probleme und Gefahren bei deutschen Zwischenlagern für hoch-radioaktive Abfälle“ von September 2020 ab Seite 58 „Problem: Fehlende Genehmigung für das Zwischenlager Jülich“)
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Noch mehr Infos zu Jülich =>
Zur Problematik des Jülicher Atommülls
In Jülich lagert der Atommüll aus dem 1988 stillgelegten Kugelhaufenreaktor. Bei diesem Reaktortyp entsteht vergleichsweise besonders viel Atommüll.
Das Lager, in dem sich 152 Castor-Behälter mit insgesamt fast 300.000 Brennelementen befinden, ist weder gegen Erdbeben noch gegen Flugzeugabstürze gesichert.
Die Betriebsgenehmigung ist seit 2013 ausgelaufen. Die weitere Lagerung des Atommülls konnte nur durch mehrfache Duldungsanordnungen ermöglicht werden.
Im Juli 2014 erließ die Aufsichtsbehörde dann eine Räumungsanordnung. Seitdem herrscht ein genehmigungsloser Zustand. . . .
. . . weiterlesen bei => www.westcastor.org
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Warum Atomkraft keine Antwort auf den Klimawandel ist

Bitte Bild anklicken zum lesen der Broschüre (pdf)
Atomenergie ist kein Heilsbringer
für den Klimaschutz

Spätestens seit diesem Sommer ist die Diskussion um eventuelle Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke wieder in vollem Gange.
Es ist der Versuch den politisch bereits beschlossenen vollständigen Atomausstieg bis Ende 2022 wieder aus der Versenkung zu holen, aber selbstverständlich wird alles und ausschließlich im Sinne des Klimaschutzes gefordert.
Die Befürworter*innen der Atomkraft berufen sich hierbei häufig auf den angeblich enormen Effekt, den ein Weiterbetrieb der Kraftwerke auf die Reduzierung der deutschen CO2-Emissionen hätte. . . . Doch so einfach, wie sich das so manche Nuklear-Fans vorstellen, ist es nicht. . . . weiterlesen bei => www.sonnenseite.com . . . 17.08.2020
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siehe zum Thema auch =>

Replik auf Dr. Rainer Moormann
und Dr. Anna Veronika Wendland:
„Vorfahrt für die Energiewende!“

. . . Publiziert am 20. August 2020 von antiatomeuskirchen
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sowie =>
Atomrenaissance? Weltweit keine Chance, trotz aller Propaganda!
Und doch ist gerade die nächste Atomlaufzeitverlängerungskampagne gestartet
Offensichtlich hat die Atomwirtschaft eine neue Kampagne für die nächste Laufzeitverlängerung gestartet. Ausgerechnet „Die Zeit“ hat dieser neuen Propagandarunde einen breiten Raum gegeben und lässt Atomforscher ihre allseits bekannten, aber wissenschaftlich und in der Realität längst widerlegten Argumente für die Atomenergie vortragen.
Natürlich wird ein angeblicher Beitrag der Atomkraft für den Klimaschutz in den Ausgangspunkt der Argumentation gestellt.

Wie absurd das ist, haben viele, u.a. die Energy Watch Group schon längst vorgerechnet: Um mit Atomenergie nur 10% der heutigen globalen CO2-Emissionen bis 2050 zu senken, müssten bis dahin 2184 neue Atomkraftwerke je 1 GW, neu gebaut werden, also jeden Monat etwa 8 neue Atomkraftwerke ans Netz gehen. Eine absurde Vorstellung, für die weder das Kapital aufgebracht werden kann, noch genügend Uran für den Betrieb gefördert werden könnte. . . . weiterlesen bei => https://hans-josef-fell.de . . . 23.07.2020
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und =>
Der Atom-Klüngel
Zum Zukunftsbild der AfD gehört unter anderem der energiepolitische Rückschritt; weg von den Erneuerbaren, hin zur Atomkraft. Das ist nicht neu.
Weniger offenkundig sind jedoch die Verbindungen und Verquickungen der rechtspopulistischen Partei mit einer kleinen, aber durchaus gut vernetzten Pro-Atom-Szene im Land.

. . . Ein weiteres Bindeglied zwischen Pro-Atom-Szene und AfD ist der Unternehmensberater Björn Peters, der der bekennenden Klimaleugner*innen-Partei bei energiepolitischen Anhörungen gerne seine Expertise zur Verfügung stellt. . . .
. . . Auch Peters ist ein Verfechter des Dual-Fluid-Traumreaktors . . .
. . . Obendrein hält er aber auch den havarierten Kugelhaufen-Reaktor aus Jülich für zukunftsweisend. „Die Kernkraft“, sagt er, müsse nur ihre „Kinderkrankheiten“ verlieren.
Natürlich ist Peters auch Mitglied des Pro-Atom-Vereins „Nuklearia“ aus Dortmund. Der will laut einem Strategiepapier den Bau neuer Druckwasserreaktoren in Deutschland durchsetzen, um die Jahrzehnte bis zu einer möglicherweise neuen Reaktorgeneration (Generation IV) zu überbrücken. . . . weiterlesen bei => .ausgestrahlt-Blog . . . 04.05.2020
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Am 29. August 2020: Auf zur Fahrrad-Demo rund um das Forschungszentrum Jülich

Aktivist*innen für Frieden und Abrüstung,
für Klima- und Umweltschutz

Angesichts eines erneuten Wettrüstens und zunehmender internationaler Konflikte ruft das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ zu einer Fahrraddemo am Samstag, 29. August, für Frieden und Abrüstung auf. Zudem wollen die Aktivist*innen auf den Antikriegstag (1. September) aufmerksam machen und an das Ende des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren erinnern.

Gegen 12 Uhr starten die Teilnehmer*innen vom Jülicher Kulturbahnhof (Bahnhofstraße) aus.
Die Fahrradroute geht in Richtung Haupteingang des Forschungszentrums Jülichs (FZJ), hier findet eine Zwischenkundgebung statt.
Sie endet gegen 14 Uhr vor dem Eingangsbereich der Enrichment Technology Company (ETC). Dort gibt´s eine Abschlusskundgebung mit Reden, Musik und Volxküche.

Die ETC – ein Tochterunternehmen des Urenco-Konzerns – erforscht, entwickelt und baut Zentrifugen für Urananreicherungsanlagen.
Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“: „Die angewandte Zentrifugentechik zur Urananreicherung ist eine massive Bedrohung für den Frieden. Zukünftig soll Uran 235 – das bislang auf 5 Prozent angereichert wurde – auf bis zu 19,75 Prozent angereichert werden. Urenco hat angekündigt, in der firmeneigenen Urananreicherungsanlage in New Mexiko (USA) Kapazitäten für eine Vervierfachung des bisherigen Urananreicherungsgrads für Brennelemente aufzubauen. Das hochangereicherte Uran gilt als waffenfähig und somit werden atompolitische Sicherheitsbarrieren durchbrochen.“

Nicht nur die Bedrohung durch die militärische Nutzung der Atomkraft ist Thema des Aufrufes. In Jülich geht es auch um die weitgehend zivile Nutzung, genauer um die Hinterlassenschaften aus mehreren Jahrzehnten Atomforschung des FZJ: Rund 300 000 Atomkugeln, die in 152 Castorbehältern mittlerweile ungenehmigt lagern – und der havarierte AVR-Reaktorbehälter, der nicht zerlegt werden kann.

Was wird aus den Jülicher CASTOREN?

Auf dem Gelände des Jülichers Forschungszentrum (FZJ) stehen 152 CASTOREN in einem maroden Zwischenlager, das seit 2013 keine Genehmigung mehr hat. In diesen CASTOREN lagern rund 290 000 Brennelementekugeln aus dem Versuchsreaktor AVR, der von 1967 bis 1988 Strom ins Netz gespeist hat. Während des Betriebes gab es mehrere gravierende Störfälle, die vertuscht wurden. 1978 wäre der AVR fast havariert. In welchem Zustand sich die Atomkugeln in den Castorbehältern befinden, weiß niemand – da nicht ordnungsgemäß dokumentiert wurde.

Die Atomaufsicht NRW – das damalige Wirtschaftsministerium – hat 2014 sogar angeordnet, das Lager „unverzüglich“ zu räumen. Der Begriff „unverzüglich“ ist ausgerechnet bei der Lagerung von Atommüll sehr dehnbar.

Seitdem suchen die Verantwortlichen nach einer Lösung. Im September 2015 hat das FZJ die atomaren Hinterlassenschaften des AVR der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) übertragen und damit gleichzeitig auch seine Verantwortung für den Atommüll. Die JEN ist eine bundeseigene Firma und soll laut Bundes- und Landesregierung offiziell drei Optionen für die 152 Castoren gleichrangig verfolgen: Transport nach Ahaus, Zwischenlagerneubau in Jülich oder Transport nach South Carolina (USA). Dabei soll die „schnellste“ Lösung favorisiert werden.
Mittlerweile sind sieben Jahre verstrichen und passiert ist im Grunde nichts!
(Mit Material von PM und Aktionsbündnis „Stop Westcastor“)
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hier => gibt´s den Flyer / Aufruf als pdf
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Der Fusionsreaktor ITER: Klimaretter und Lösung aller Energieprobleme oder nur Milliardengrab?

Ein sehr guter TAZ-Artikel vom 22.08.2020 mit vielen gut erklärten Details zu den Prozessen, die in einem Fusionsreaktor ablaufen:

Energie durch Kernfusion:
Für immer ein Traum?

Der Bau des Fusionsreaktors ITER kommt voran. Doch selbst die Befürworter der Technik räumen ein, dass es noch viele ungelöste Probleme gibt.

Es waren große Worte, mit denen Frankreichs Präsident Ende Juli den Fusionsreaktor ITER feierte: Ein „Versprechen von Fortschritt und von Vertrauen in die Wissenschaft“ sei das Milliardenprojekt, dessen Zusammenbau an jenem Tag offiziell begonnen hat. Und natürlich wiederholte Emmanuel Macron die Verheißungen, die die Fusion der Menschheit bringen soll . . . . . . weiterlesen bei => www.taz.de . . . 22.08.2020
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siehe zum Thema auch =>
Kernfusion: ETH-Physiker fordert ITER-Ausstieg
• Ein Gutachten demontiert die milliardenteure Kernfusion
• Der Bundesrat und das zuständige Staatssekretariat sind voll des Lobes

Die zivile Nutzung der Kernfusion wird schon seit den 1950er Jahren erforscht. Dabei geht es im Gegensatz zur Kernspaltung um die Fusion zweier Atomkerne nach dem Vorbild der Sonne. Schon seit Jahrzehnten schwärmen die FusionsforscherInnen von dieser «unbegrenzten Energie», die es zu nutzen gelte. . . . weiterlesen bei => www.infosperber.ch . . . 14.08.2020
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Und hier => das Gutachten von Dr. Michael Dittmar zum ITER als pdf
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(Terra X Lesch & Co • am 13.05.2020 auf YouTube veröffentlicht)
„. . . Bisher konnte noch kein Fusionsreaktor mehr Strom liefern, als reingesteckt werden musste. Und auch der internationale Forschungsreaktor ITER in Frankreich wird niemals eine Stadt mit Strom versorgen, dabei verschlingt sein Bau 20 Milliarden Euro Steuergelder . . .“
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Replik auf Dr. Rainer Moormann und Dr. Anna Veronika Wendland: „Vorfahrt für die Energiewende!“

Folgender Text von Dr. Alex Rosen (Co-Vorsitzender der IPPNW) sollte als Replik auf den Gastbeitrag von Dr. Rainer Moormann und Dr. Anna Veronika Wendland in der ZEIT-Rubrik „Streit“ vom 16. Juli 2020 veröffentlicht werden.
Nach anfänglicher Zusage hat die ZEIT eine Veröffentlichung jedoch abgelehnt und den Pro-Atom-Artikel in ihrer Zeitung unerwidert gelassen. . . .

Vorfahrt für die Energiewende!
(Text von Dr. Alex Rosen)
Es ist ein Kennzeichen guter Wissenschaft, unter dem Eindruck neuer Erkenntnisse Entscheidungen der Vergangenheit auf den Prüfstand zu stellen.
Es gibt jedoch Diskurse, die so umfassend abgeschlossen wurden, dass man sie nicht alle paar Jahre wieder führen muss.
Der deutsche Atomausstieg hat einen jahrzehntelangen gesellschaftlichen Großkonflikt befriedet. Um diesen Konsens in Frage zu stellen, bedürfte es wesentlicher neuer Erkenntnisse. Doch die gibt es nicht. Es existieren keine belastbaren Studien, die zeigen, dass sich ein Festhalten an der Atomenergie für Klima und Umwelt lohnen würde. . . . weiterlesen bei => www.ippnw.de . . . 19.08.2020
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siehe zum Thema auch =>
Uran – Der dreckige Atom-Brennstoff
. . . Publiziert am 6. August 2020 von antiatomeuskirchen
sowie den Ursprungs-Artikel =>
Stoppt den Atomausstieg? Vom letzten Gefecht um die Atomkraft
. . . Publiziert am 18. Juli 2020 von antiatomeuskirchen
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Klage gegen Exportgenehmigung für Brennelemente: „Brennelement-Exporte Lingen-Doel sind unverantwortlich“

• Erstmals gerichtliche Überprüfung durch VG Frankfurt
• Klage hat aufschiebende Wirkung
• Bundesregierung muss politisch einen Exportstopp durchsetzen

AntiAtom-Initiativen aus Aachen, Lingen, Bonn und Münster sowie die Ärzteorganisation IPPNW und das Umweltinstitut München gehen erstmals gerichtlich gegen eine Exportgenehmigung für Brennelemente aus der Brennelementefabrik in Lingen vor.
Stellvertretend für die Inis reichte ein Atomkraftgegner aus Aachen vor dem zuständigen Verwaltungsgericht Frankfurt Klage ein. Sie richtet sich gegen die am 18. März 2020 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erteilte Genehmigung für den Export von Brennelementen von Lingen für die beiden belgischen Reaktoren Doel 1 und 2 bei Antwerpen. Zuvor war vom BAFA ein Widerspruch mehrerer Atomkraftgegner*innen zurückgewiesen worden. Die Klage hat aufschiebende Wirkung. Rechtsbeistand ist die renommierte Fachanwältin Dr. Cornelia Ziehm.

Der Klage kommt eine Präzedenzwirkung zu. Erstmals muss sich ein bundesdeutsches Gericht mit der Sicherheit von Atomkraftwerken im grenznahen Ausland auseinandersetzen. Bis Anfang 2019 waren derartige Klagen gar nicht möglich, da Exportgenehmigungen grundsätzlich erst nach deren Durchführung veröffentlicht wurden. Die Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände kritisieren schon seit langem, dass Exportanträge nur pauschal bewilligt werden, ohne – wie im Atomgesetz vorgeschrieben – die gesetzlichen Sicherheitskriterien zu überprüfen. Ende 2019 hatte das Aufsicht führende Bundesumweltministerium einen Gesetzentwurf für ein teilweises Verbot von Brennelementexporten vorgelegt, der innerhalb der Bundesregierung jedoch keine Zustimmung findet.

„Gerade die beiden Altreaktoren Doel 1 und 2 sind mit 45 Betriebsjahren eine große Gefahr für die europäischen Nachbarn. In 2018 gab es in Doel 1 einen schweren Störfall und in 2019 kassierte der Europäische Gerichtshof die aktuelle Laufzeitverlängerung für die beiden Reaktoren. Deren Betrieb ist somit rechtswidrig. Der belgische Verfassungsgerichtshof bestätigte dieses Urteil Anfang 2020. Warum unter diesen Umständen mit Billigung der Bundesregierung neue Brennelemente aus Lingen den Weiterbetrieb einer sicherheitsgefährdenden Atomanlage ermöglicht, ist völlig unverständlich. Deshalb haben wir nun selbst den Rechtsweg eingeschlagen, um die Exportgenehmigung zu kippen,“ erklärt Katrin Wolfarth vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie.

„Der Betrieb der Reaktoren Doel 1 und Doel 2 ist rechtswidrig und auf Grund der insbesondere auch mit ihrem Alter verbundenen Sicherheitsdefizite in hohem Maße risikobehaftet. Für einen Störfall oder ein sonstiges kerntechnisch bedeutsames Ereignis besteht selbst nach Einschätzung der obersten deutschen Atomaufsicht nicht nur eine entfernte Wahrscheinlichkeit. Die vorhandenen Risiken sind dementsprechend nicht mehr lediglich dem Restrisiko zuzurechnen. Die weitere Ermöglichung des Betriebs der Reaktoren Doel 1 und Doel 2 durch Ausfuhrgenehmigungen des Beklagten bedeutet nicht „lediglich“ ein Kollektivrisiko, sondern verletzt konkret den Kläger in seinen Rechten. Der Kläger kann die Gewährleistung des im Atomgesetz festgeschriebenen Schutzniveaus und die Aufhebung der streitgegenständlichen Ausfuhrgenehmigung des Beklagten verlangen,“ ergänzte die Fachanwältin Dr. Cornelia Ziehm aus juristischer Sicht.

„Wir wollen als Anwohner*innen aus Lingen nicht länger zuschauen, wie aus dem Emsland gefährlich störanfällige Uralt-Reaktoren in unserer europäischen Nachbarschaft mit neuen Brennelementen künstlich am Laufen gehalten werden. Wir fordern von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zum Atomausstieg – und das beinhaltet ein sofortiges Exportverbot für Brennelemente aus Lingen, aber auch für angereichertes Uran aus der Urananreicherungsanlage in Gronau,“ betonte Alexander Vent vom Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland.

Gegen die für die betreffende Brennelement-Charge ebenfalls bereits erteilte Transportgenehmigung des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wurde am 4. August auch ein Widerspruch eingelegt.

Hintergründe:
Der Betrieb von Doel 1 und 2 wird, obwohl rechtswidrig, bis Ende 2022 gerichtlich noch geduldet
Die bundesweit einzige Brennelementefabrik steht in Lingen
und wird vom staatlichfranzösischen Atomkonzern EDF-Framatome betrieben, vor Ort auch als ANF (Advanced Nuclear Fuels) bekannt.
Sie verfügt bislang trotz des beschlossenen Atomausstiegs über kein Stilllegungsdatum und versorgt neben den letzten noch laufenden deutschen AKW vor allem die Reaktoren Doel und Tihange in Belgien, Cattenom in Frankreich sowie Leibstadt und Gösgen in der Schweiz.
Die Auslastung der Lingener Atomanlage lag nach Aussagen der Bundesregierung auf Anfragen im Bundestag seit Fukushima im Durchschnitt nur bei 40-45%. Dieses Jahr ist sie auf einen Tiefpunkt gesunken.
Spätestens mit der Stilllegung des letzten deutschen Atomkraftwerks Ende 2022 wird die Brennelementefabrik nur noch für den Export aktiv sein.
Die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau ist ebenso wie die Brennelementefabrik vom Atomausstieg in Deutschland bislang ausgenommen.
(PM)
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