Wieder neue Risse im AKW Neckarwestheim II

• Schadensmechanismus immer noch aktiv
• AKW läuft seit Jahren illegal im Störungsmodus
• Atomkraftgegner projizieren großen Riss auf die Reaktorkuppel:
„Riss-Reaktor abschalten bevor es kracht!“

Im AKW Neckarwestheim II haben sich nach Informationen der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt auch in den vergangenen Monaten neue Risse in den Dampferzeuger-Heizrohren gebildet. Das ist das Ergebnis der aktuellen Riss-Untersuchungen, über die weder EnBW noch das Umweltministerium bisher öffentlich informiert haben.
Atomkraftgegner fordern „Riss-Reaktor abschalten, bevor es kracht“ und projizierten in der Nacht auf Mittwoch einen gigantischen, wachsenden Riss auf die Reaktorkuppel.
Hierzu erklären Franz Wagner vom BBMN, Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg und Armin Simon von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die erneuten Rissfunde belegen, dass das AKW Neckarwestheim II so nicht sicher betrieben werden kann. Die Dampferzeuger sind irreparabel vorgeschädigt, deshalb kann nichts mehr das Risswachstum stoppen. Erst vor wenigen Monaten hat die Reaktorsicherheitskommission ausdrücklich gewarnt, dass solche Risse jederzeit auch sehr schnell wachsen können. Reißt auch nur ein einziges der mehr als 16.000 Heizrohre ab, ist das bereits ein komplizierter Kühlmittelverluststörfall, der sich bei weiteren Schäden bis zum Super-GAU entwickeln kann.

Seit 2018 ist bekannt, dass der Reaktor im gestörten Betrieb ist. Damals wurden die ersten Risse entdeckt. Bis heute sind die vorgeschädigten Dampferzeuger nicht ausgetauscht worden. Ein AKW in einem derart gestörten Zustand weiter zu betreiben, widerspricht nicht nur dem deutschen Kerntechnischen Regelwerk, sondern missachtet auch international geltende Sicherheitsstandards. Das AKW hätte bereits 2018 nicht mehr ans Netz gedurft.

Was muss noch passieren, bis Umweltminister Untersteller (Grüne) dem Riss-Reaktor endlich den Stecker zieht? Die Atomaufsicht muss eine Wiederinbetriebnahme ohne vorherigen Austausch aller vier defekten Dampferzeuger untersagen.
Wann greift Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) ein und stoppt die Flickschusterei von EnBW in Neckarwestheim?“
(PM)
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siehe zum Thema auch =>
Sicherheit ist nicht verhandelbar:
Pannen-Reaktor Neckarwestheim-2 stilllegen

. . . Publiziert am 26. Juni 2020 von antiatomeuskirchen
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mehr Infos und Hintergrund findet Ihr hier =>
AKW Neckarwestheim . . . BUND Landesverband Baden-Württemberg
Protest am AKW Neckarwestheim: Flicken macht den Schaden nur noch größer . . . Veröffentlicht am 6. Juli 2020 von BBMN
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Umweltorganisationen aus neun Ländern fordern anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die Reform des Euratom-Vertrages

Offener Brief an die deutsche Bundesregierung

Zum heutigen Start der deutschen EU-Ratspräsidentschaft fordern Umweltorganisationen aus acht EU-Mitgliedsstaaten die Bundesregierung gemeinsam auf, die längst überfällige Reform des Euratom-Vertrages auf die Agenda zu setzen und entsprechend eine Vertragsstaatenkonferenz einzuberufen.

Sie verweisen dabei auf den 2018 verabschiedeten Koalitionsvertrag der deutschen Regierungsparteien in dem festgeschrieben wurde, dass der Euratom-Vertrag „hinsichtlich der Nutzung der Atomenergie an die Herausforderungen der Zukunft angepasst“ werden muss. Ebenfalls ist dort zu lesen, dass: „keine EU-Förderung für neue Atomkraftwerke“ in Zukunft erfolgen dürfe.

Aktuell dient der Euratom-Vertrag immer wieder als rechtliche Grundlage für die Förderung von AKW-Neubauten durch verschiedene EU-Länder. Zuletzt berief sich darauf auch der EU-Generalanwalt in einer Stellungnahme zur Rechtmäßigkeit von Subventionen für das im Bau befindliche AKW Hinkley Point C durch die britische Regierung. Österreich hatte zu dieser Causa eine Klage beim EuGH eingereicht, die Entscheidung steht noch aus.

Die Verbände kritisieren zudem die negativen Auswirkungen des Vertrages auf den Kampf gegen die Klimakrise: „Der Euratom-Vertrag verhindert einen ökologischen Umbau der Energieerzeugungsstruktur in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und steht damit den Klimazielen von Paris diametral entgegen.“ Die einseitige, privilegierte Förderung der Atomkraft wie sie im Vertragswerk festgeschrieben ist, verhindert den nötigen, schnellstmöglichen Ausbau Erneuerbarer Energien. Dringend dort benötigte Forschungsgelder fließen weiterhin in nukleare Träumereien von Fusionsreaktoren, deren Realisierung überaus fragwürdig ist.

Der Euratom-Vertrag wurde 1957 geschlossen und existiert bis heute ohne das substantielle Anpassungen des Vertragstextes vorgenommen wurden. Ziel des Abkommens ist es u.a.: „die Voraussetzungen für die Entwicklung einer mächtigen Kernindustrie zu schaffen“. Es räumt der Nutzung der Atomkraft in der EU Vorrang vor anderen Energieträgern ein.
(PM)
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Den offenen Brief im Wortlaut findet Ihr hier:
ausgestrahlt.de/offener-brief-euratom

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siehe zum Thema auch =>
Euratom reformieren, Atom-Förderung stoppen, Koalitionsvertrag umsetzen
. . . Publiziert am 10. Dezember 2019 von antiatomeuskirchen
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mehr Infos und Hintergrund findet Ihr hier =>
https://www.ausgestrahlt.de/aktionen/euratom/
https://www.ausgestrahlt.de/…/ausgestrahlt-hintergrund_euratom.pdf
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siehe zum Thema aus Österreich =>
atomstopp: Deutschen EU-Ratsvorsitz nutzen, EURATOM anpacken!
Dem Atomzeitalter in Europa jetzt ein Ende setzen!

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RWE: 75% der Heizrohre im AKW Lingen nicht geprüft

• RWE-Chef Schmitz: keine Abschaltung vor 31.12.2022
• 2021 nochmal 52 neue Brennelemente für AKW Lingen

Anti-Atomkraft-Initiativen sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisieren scharf die Aussagen von RWE-Chef Rolf-Martin Schmitz während der RWE-Hauptversammlung am vergangenen Freitag in Essen.
Der RWE-Chef hatte auf Fragen des Dachverbands Kritischer Aktionär*innen u.a. geantwortet, dass er eine Abschaltung des 32 Jahre alten Atom-Reaktors Lingen 2 („Emsland“) vor dem letzten gesetzlich möglichen Datum, dem 31. Dezember 2022, ablehne. Dabei machte er aus einer Kann-Bestimmung im Atomgesetz eine angebliche Verpflichtung von RWE zum Weiterbetrieb bis Ende 2022. Damit lehnt der RWE-Chef auch eine Förderung der Energiewende durch eine frühere AKW-Stilllegung ab.

In ihren Befürchtungen bestätigt wurden die Anti-Atomkraft-Initiativen durch die Aussage von Schmitz, RWE habe bei der AKW-Revision im Mai trotz erneut entdeckter „Wanddickenschwächungen“ tatsächlich nur „4561 Prüfungen von Heizrohren“ in den vier Dampferzeugern vorgenommen.
Bei insgesamt rund 16 500 Heizrohren macht dies gerade einmal einen Umfang von etwas mehr als 25% aus.
Die Initiativen hatten gefordert, dass aus Sicherheitsgründen sämtliche Heizrohre überprüft werden müssten, nachdem schon in 2019 zwei Wanddickenschwächungen aufgetreten waren, die zu gravierenden Rissen und Löchern führen können.
Zudem bestätigte der RWE-Chef, dass die Probleme an den Heizrohren dieselbe Ursache hätten wie im AKW Neckarwestheim. In Lingen sei die Ausprägung aber „deutlich geringer“, Nachprüfungen für das AKW Lingen lehnte er jedoch ab.

Sehr unerfreulich ist auch die Aussage von RWE-Chef Schmitz, dass bei der nächsten AKW-Revision in 2021 nochmal 52 neue Brennelemente eingesetzt werden sollen. Dadurch wird noch mehr Atommüll anfallen.

„RWE verspielt mit den jetzigen Aussagen und Ankündigungen des Vorstandsvorsitzenden Schmitz eine weitere Chance, sich in punkto AKW-Sicherheit und Energiewende vom alten Kurs abzusetzen. Keine frühere Stilllegung, stattdessen neue Brennelemente und eine Corona-Revision „light“ bei den sicherheitstechnisch extrem relevanten Heizrohren im Primärkreislauf – RWE stellt leider den Betriebsgewinn weiter vor die Sicherheit der Bevölkerung. Wir fordern die sofortige Stilllegung des alternden Atomkraftwerks im Emsland,“ so Alexander Vent vom Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland.

„Alle Städte in der Region, wie z. B. Münster, müssen nur wegen des Atomkraftwerks in Lingen und seiner Altersprobleme massenhaft Jodtabletten für die Bevölkerung vorhalten. Der RWE-Chef bestätigte am Freitag in Essen, dass sich RWE an den Kosten dafür nicht beteiligt. Ein verantwortungsvoller Konzern würde eine solche Gefahrenlage gar nicht erst schaffen.
Das Atomzeitalter geht auch für RWE und das Emsland zu Ende. Deshalb sollte RWE es nicht erst zum Störfall kommen lassen und sich jetzt von der Atomenergie verabschieden,“ ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
(PM)
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Sicherheit ist nicht verhandelbar: Pannen-Reaktor Neckarwestheim-2 stilllegen

• Fessenheim-Abschaltung: Wink mit dem Zaunpfahl nach Stuttgart
• Deutschland muss vor der eigenen Türe kehren

Zur Abschaltung des französischen AKW Fessenheim-2 in der Nacht von kommendem Montag auf Dienstag erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Der lange Kampf der Anti-Atom-Bewegung auf beiden Seiten des Rheins zahlt sich endlich aus. Mit jedem Reaktor, der vom Netz genommen wird, wird das atomare Risiko geringer. Allerdings warne ich vor zu lauten Freudenbekundungen aus der deutschen Politik. Denn hierzulande laufen noch immer sechs große Atomkraftwerke, die genauso in die Jahre gekommen sind und schon längst hätten abgeschaltet werden müssen. Wer also in Bund und Ländern regiert, sollte zuerst vor der eigenen Türe kehren.

Dies gilt in diesen Tagen ganz besonders für die Landesregierung in Stuttgart und das AKW Neckarwestheim II. Hier werden mindestens seit 2017 immer wieder gefährliche Risse in den Dampferzeuger-Heizrohren gefunden, ohne dass der Betreiber EnBW und die Atomaufsicht den Schadensmechanismus wirksam im Griff hätten. Das bloße Verstopfen einzelner Rohre, das EnBW bisher praktiziert, ist Flickschusterei. Es missachtet sowohl die deutschen Sicherheitsanforderungen als auch weltweit anerkannte kerntechnische Sicherheitsstandards, wie die aktuelle Bewertung des renommierten Reaktorsicherheitsexperten Prof. Dr.-Ing. habil. Manfred Mertins belegt.

Das baden-württembergische Umweltministerium als Aufsichtsbehörde hat immer wieder die Augen vor dem Risiko verschlossen. Daher haben der BUND Baden-Württemberg, der Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e.V. (BBMN) und die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt zusammen mit vier in der Nähe des AKW wohnenden Privatpersonen am 19. Juni 2020 einen Antrag auf Austausch aller vier Dampferzeuger gestellt.

Die Bevölkerung hat zu Recht die Erwartung, dass das Stuttgarter Umweltministerium als Aufsichtsbehörde sie bestmöglich vor den Gefahren der Atomkraft schützt. Umso bedauerlicher ist es, dass inzwischen nicht nur das AKW Neckarwestheim alt, rissig und spröde geworden ist, sondern anscheinend auch die Sicherheitskultur im Ministerium. Das Aus des französischen AKW Fessenheim ist ein Wink mit dem Zaunpfahl an Ministerpräsident Kretschmann, vor der eigenen Türe kehren und den Risse-Reaktor Neckarwestheim II stillzulegen.“
(PM)
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siehe zum Thema auch =>
Herr Kretschmann: Sicherheit ist nicht verhandelbar, übernehmen Sie!
Herr Kretschmann, erinnern Sie sich an das Grüne Versprechen für mehr Sicherheit? Es war der Sommer 2011, quer durchs Land tobte ein erbitterter Streit um die Atomkraft. Die Anti-Atom-Bewegung, darunter auch viele Grüne sowie Anhänger der anderen Parteien, war seit Monaten ohne Pause im Einsatz. Der Super-GAU von Fukushima hatte gerade erst die Weltöffentlichkeit schockiert, die Bilder dazu waren noch frisch ins Bewusstsein gebrannt. Und die Grünen stimmten auf Bundesebene einem „Kompromiss“ zum Betriebsende der deutschen AKW zu, der vielen in der Anti-Atom-Bewegung wie auch in Ihrer Partei nicht schnell genug ging. . . . weiterlesen bei => .ausgestrahlt-Blog . . . 26.06.2020
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sowie =>
AKW Neckarwestheim: Doppelt so viele Risse wie noch vor einem Jahr
. . . Publiziert am 3. September 2019 von antiatomeuskirchen
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Atommüll-Bundesamt trickst bei Standortsuche Betroffene aus

• Entscheidende Phase bei der Suche nach einem tiefengeologischen Lager für hochradioaktiven Atommüll wird überschattet von massiven Einschränkungen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung
BI Lüchow-Danneberg geht gegen behördlich geplante Großveranstaltung zur Endlagersuche im Herbst vor

Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligung der Öffentlichkeit am Suchverfahren für ein tiefengeologisches Atommüll-Lager in Deutschland versucht das zuständige Bundesamt alles, um die Partizipation zu erschweren.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte für Ende September 2020 die Veröffentlichung des „Zwischenberichts Teilgebiete“ angekündigt, in dem sie die Gebiete im Bundesgebiet benennen wird, die aufgrund ihrer geologischen Situation für die weitere Suche günstig erscheinen. Mit diesem Bericht wird dann also erstmals eine offizielle Landkarte der Suchräume vorliegen.

Laut Standortauswahlgesetz soll dieser Bericht auf einer Teilgebiete-Konferenz erörtert werden, die innerhalb von sechs Monaten dreimal tagt und an der sich sowohl Bürger*innen als auch Vertreter*innen der betroffenen kommunalen Gebietskörperschaften sowie Personen aus Verbänden und aus der Wissenschaft beteiligen können.

Ursprünglich hatte das Atommüll-Bundesamt (BASE) geplant, die erste Konferenz im Januar 2021 abzuhalten. So wäre für alle Betroffenen die Möglichkeit gegeben, sich zwischen der Veröffentlichung des Berichtes und der ersten Konferenz in die komplizierte Materie einzuarbeiten, sich von unabhängigen Expertinnen und Experten beraten zu lassen und somit gut vorzubereiten.

Nun hat das Bundesamt überraschend festgelegt, dass die erste Teilgebiete-Konferenz bereits am 17. und 18. Oktober 2020 stattfinden soll.
Zudem soll der Zwischenbericht nicht mehr wie angekündigt Ende September veröffentlicht werden, sondern erst direkt auf der Konferenz.

Doch wie soll eine derartige Auftaktkonferenz, zu der das Bundesamt nach eigenen Angaben „Teilnehmerzahlen im hohen dreistelligen oder niedrigen vierstelligen Bereich“ erwartet, in Corona-Zeiten sicher und ohne Infektionsrisiko stattfinden?
Wie kann sichergestellt werden, dass bei dem seit Jahrzehnten hoch umstrittenen Thema wirklich alle Interessierten teilnehmen können und niemand aus Angst vor einer Infektion mit COVID-19 von der Teilnahme absieht?

Vorsorglich hat sich die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) daher anwaltlich beraten lassen.
Ein Schreiben des Berliner Rechtsanwalts Dr. Philipp Schulte wurde heute (23. Juni) an die Umweltministerin Svenja Schultze adressiert (hier als pdf).

Im Ergebnis heißt es dort: „Namens meiner Mandantschaft fordere ich Sie auf, das BASE anzuweisen, die lt. Mitteilung vom 22.5.2020 für den 17. und 18.10.2020 in Kassel geplante erste Fachkonferenz Teilgebiete (§ 9 StandAG) angesichts der derzeitigen COVID-19 Pandemie um mindestens sechs Monate zu verschieben.“

Dieser Schritt ist aus Sicht der BI dringend geboten, um die gem. § 5 Standortauswahlgesetz (StandAG) vorgesehene Öffentlichkeitsbeteiligung – Bürgerinnen und Bürger sind danach ausdrücklich als „Mitgestalter“ in das Verfahren zur Endlagersuche einzubeziehen – nicht bereits zu Beginn des Standortauswahlverfahrens zu unterlaufen.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke erklärt dazu: „In der aktuell vorherrschenden COVID-19 Pandemie ist eine gefahrlose, physische Teilnahme an der Fachkonferenz mit vielen Menschen unmöglich. Daher ist zu befürchten, dass Menschen, insbesondere Angehörige von Risikogruppen, wegen der akuten Ansteckungsgefahr, die gerade bei großen Zusammenkünften in geschlossenen Räumen besteht, von einer Teilnahme abgehalten werden. In der aktuell vorherrschenden Situation kann eine Fachkonferenz Teilgebiete im Oktober nicht dem gesetzlichen Zweck entsprechend durchgeführt werden.“

Laut Konzeptpapier des BASE sollen „die Räumlichkeiten so organisiert [sein], dass sie Teilnehmerzahlen im hohen dreistelligen oder niedrigen vierstelligen Bereich abdecken. Gleichzeitig werden die Teilnahme und die Beteiligung über digitale Formate ermöglicht und integraler Bestandteil der Fachkonferenz sein. Insgesamt sollen die Termine der Fachkonferenz inhaltlich aufeinander aufbauen.“

Sollte die Teilnehmerzahl vor Ort nun wegen der COVID-19 Pandemie beschränkt werden, verstößt dies gegen die Anforderung des StandAG. Der mögliche Verweis auf digitale Formate ist für eine tatsächliche Beteiligung der Öffentlichkeit in Form von Diskussion und Austausch völlig ungeeignet.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Am Bildschirm lässt sich vielleicht passiv eine Diskussion verfolgen, der aktive diskursive Austausch und Dialog mit anderen ist hierbei -gerade bei der zu erwartenden Teilnehmendenzahl- unmöglich. Wer aber Verantwortung übernehmen will, mitreden und mitbestimmen will, muss bei der Konferenz physisch anwesend sein.“

Die von dem StandAG angestrebte Beteiligung lasse sich daher überhaupt nur dann erreichen, wenn die Menschen ohne Angst vor Ansteckung mit COVID-19 zusammenkommen und sich an der Konferenz beteiligen können.

Hierzu Rechtsanwalt Schulte: „Bei der derzeit für Oktober geplanten Fachkonferenz ist eine sichere Teilnahme freilich nicht ansatzweise möglich. Der Hauptübertragungsweg des Virus sind Aerosole, die sich in geschlossenen Räumen längere Zeit in der Luft halten können (vgl. RKI Steckbrief mwN).“

Schließlich wird die Umweltministerin auch an ihre Fürsorgepflicht für die mit der Durchführung befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BASE und der bundeseigenen Firma BGE erinnert. Auch diese würden in dem Fall, dass sie dienstlich verpflichtet werden, eine solche Massenveranstaltung durchzuführen, einer unvertretbaren Gefährdung ausgesetzt.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke erklärt, wie das weitere Vorgehen aussehen müsste:
„Angesichts der aktuellen COVID-19-Pandemie halten wir daher eine Verschiebung der ersten Fachkonferenz für unausweichlich. Nach unserer Einschätzung könnte der gem. § 9 Abs. 1 StandAG mit Beginn der Fachkonferenz vorzulegende Zwischenbericht des Vorhabenträgers im Oktober zunächst ohne weitere Erörterung veröffentlicht werden. Die Öffentlichkeit kann diesen dann zur Kenntnis nehmen und sich auf die später durchzuführende Fachkonferenz vorbereiten. Die gem. § 9 Abs. 2 StandAG vorgesehene Erörterung im Rahmen der Fachkonferenz sollte zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Pandemie durch einen Impfstoff unter Kontrolle ist, nachgeholt werden.“

Und Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt ergänzt: „Das Atommüll-Bundesamt begründet die Zusammenlegung der Veröffentlichung des Zwischenberichts und der ersten Teilgebiete-Konferenz mit Chancengleichheit für die Betroffenen. Chancengleichheit wird also darüber hergestellt, dass niemand eine Chance hat.
Das Handeln der Behörde macht deutlich, dass sie nicht an tatsächlicher Partizipation interessiert ist, sondern nur mit möglichst wenig Aufwand einen Paragraphen aus dem Gesetz abhaken will. Teilgebiete-Konferenz: erledigt! Damit schürt sie allerdings neue Konflikte um den Atommüll, weil so kein Vertrauen entsteht.
Das Vorgehen der für strahlende Abfälle zuständigen staatlichen Akteure war in der Vergangenheit geprägt von Manipulation, Intransparenz und Skandalen, verbunden mit einem eklatanten Vertrauensverlust in der Bevölkerung. Daran knüpft das Atommüll-Bundesamt jetzt leider nahtlos an.
Das Motto der aktuell laufenden millionenschweren Werbekampagne des Bundesamtes lautet, auf die Geschichte der Atomkraft und die Standortsuche bezogen: ‚Das letzte Kapitel schreiben wir gemeinsam‘.
Passender wäre gewesen:
‚Das letzte Kapitel schreiben wir mal wieder ohne Euch!‘“

(Mit Material von PM / PM)
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Belgien: Atomendlager suggeriert eine Scheinlösung und dient Weiterbetrieb der AKWs

Leserbrief von Markus Pflüger vom AntiAtomNetz Trier
zum Artikel „Bund: Atommülllager ist Sache Belgiens“
vom 8.6.2020 im „Trierischen Volksfreund“:

Die Bundesregierung sieht das geplante Atommüllager als Sache Belgiens.
Dies verkennt die Bedeutung und Funktion dieser weiteren Atomanlage. Sie wäre neben dem französischen Endlagerprojekt Bure, 165 km von Trier, das zweite Atommüll-Endlager in der Großregion.

Dabei wird übersehen: Deutschland beliefert die belgischen Atomkraftwerke mit Brennelementen aus der deutschen Urananreicherung in Gronau und der Brennelementfabrik in Lingen, die übrigens auch Cattenom zu ihren Kunden zählen.
Dies zeigt, dass die Bundesregierung die Interessen der Atomindustrie bedient und die Belange der Bevölkerung missachtet.

Auch bei dem Endlager geht es um Profit, denn damit wird der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken gewährleistet – natürlich inklusive Restrisiko und radioaktiven Emissionen.
Dabei ist ein ”sicheres Endlager ” eine Illussion.
Atommüll in tiefere Erdschichten zu verbringen bedeutet Grundwasserverseuchung und Unfälle wie Explosionen zu riskieren.
Bei undichten Behältern wird so ein ”Endlager“ zum hochgefährlichen und extrem teuren Problem wie das Plutoniumverseuchte Endlager Asse zeigt.
Die Steurzahler blechen, die Atomindustrie ist fein raus.

Die Hauptfunktion des Projektes: ein Endlager suggeriert eine Scheinlösung des unlösbaren Entsorgungsproblems und dient damit dem Weiterbetrieb von Atomanlagen. Genau darauf schielt die aktuelle belgische Regierung: ihre sieben Reaktoren länger zu betreiben.
Dabei ist die Stilllegung aller atomaren Anlagen die Voraussetzung, um den Überblick über den Umfang des strahlenden Erbes zu erhalten. Erst dann kann in einem ergebnisoffenen und demokratischen Beteiligungsprozess mit der Bevölkerung in Ruhe ein Ort gesucht werden, an dem dann wahrscheinlich ein Dauerprovisorium für den hochgiftigen Atommüll für Jahrtausende gefunden werden muss.

Belgiens Regierung benutzt die Pandemie um ein weitreichendes Projekt unauffällig und ohne Widerspruch durchzuziehen, was die Atomgefahr in der Großregion zusätzlich zu Cattenom, Thiange und Bure weiter erhöht.
Deutschland und alle angrenzenden Länder sind aufgerufen die Atomtransporte und damit die Brennelementelieferung für die belgischen Atomkraftwerke zu unterbinden und eine ernsthafte grenzüberschreitende Umweltprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung für ein Endlager einzufordern.
Die Bevölkerung sollte Widerspruch einlegen und protestieren, denn so ein Endlager ist nicht nur gefährlich, es konterkariert auch den Atomausstieg und die ökologische Energiewende hierzulande.
(Text von Markus Pflüger)
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siehe zum Thema auch =>
Atommüll: Greenpeace Luxemburg demonstriert vor belgischer Botschaft
Luxemburger Greenpeace Aktivisten haben am Mittwochmorgen vor der belgischen Botschaft demonstriert. . . . Die Aktivisten spannten ein Banner mit der Aufschrift „Enfouissement géologique des déchets radioactifs: c’est non” – Nein zur geologischen Endlagerung radioaktiver Abfälle. . . . weiterlesen bei => www.tageblatt.lu . . . 10.06.2020
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Und falls Ihr euch an der „Anhörung“ bis einschließlich
Samstag, 13. Juni 2020 beteiligen wollt, siehe Tips bei =>

www.findunucleaire.be/de
Öffentliche Konsultation zu hochaktiven Abfällen:
Informationen und Antwortvorschläge

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Atommüll-Werbekampagne entspricht nicht den Tatsachen

Staatliche Atommüll-Behörde gibt 5 Millionen für falsche Darstellungen zur Standortsuche für ein tiefengeologisches Lager aus.
Betroffene haben keine Mitwirkungsrechte.

Zum Start einer millionenschweren Werbekampagne des Atommüll-Bundesamtes (BASE) zur Standortsuche für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktiven Atommüll erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Das Motto der Werbekampagne entspricht leider nicht den Tatsachen. Wenn das Bundesamt behauptet ‚Das letzte Kapitel schreiben wir gemeinsam‘, dann ist da leider nichts dran. Passender wäre: ‚Das letzte Kapitel schreiben wir mal wieder ohne Euch‘. Denn bei der Standortsuche für das Atommüll-Lager haben die Betroffenen keine Mitwirkungs-Rechte.

So sorgt das Bundesamt dafür, dass von der Veröffentlichung des Zwischenberichts im Herbst bis zur ersten Konferenz der betroffenen Regionen viel zu wenig Zeit bleibt, damit sich die Menschen in die komplexe Materie einarbeiten können.
Ursprünglich sollte der Bericht Ende September erscheinen und die Konferenz im Januar 2021 stattfinden. Nun hat das Bundesamt den Termin dieser „Fachkonferenz Teilgebiete“ auf Oktober 2020 vorgezogen.
Unter Corona-Bedingungen ist dann aber eine geordnete Diskussion vieler Menschen kaum möglich. Außerdem müssen die Ergebnisse der Konferenz nicht aufgenommen werden.
Dies sind nur einige Beispiele von vielen, wie die staatliche Atommüll-Behörde alles dafür tut, den Betroffenen Möglichkeiten der Mitwirkung zu erschweren.
Stattdessen gibt sie nun 5 Millionen Euro für eine Werbekampagne aus, die einen völlig falschen Eindruck erwecken soll.“ (PM)
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siehe zum Hintergrund auch =>
„Provozieren und amüsieren“ mit Atommüll
Wie zukünftig Kritiker*innen der Standortsuche die Gemeinwohlorientierung abgesprochen werden soll – von Sinn und Unsinn einer millionenschweren PR-Kampagne des Atommüll-Bundesamtes . . . weiterlesen bei => .ausgestrahlt-Blog . . . 02.06.2020
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Russische Umweltorganisation appelliert an Bundesumweltministerin Schulze

Mit einem eindringlichen Appell an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wenden sich die beiden Co-Vorsitzenden der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Alexandra Koroleva und Vladimir Slivyak, gegen den Weiterbetrieb des Kohle-Kraftwerks Datteln IV, gegen die dafür notwendigen Kohleimporte aus Sibirien sowie gegen die laufenden Uranmüllexporte von der Urananreicherungsanlage Gronau nach Novouralsk bei Ekaterinburg. Hier das Schreiben im Original:

Dringender Appell von Ecodefense an Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Moskau, 7. Juni 2020
Herzliche Grüße aus Russland, wo die Grenzen wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden und Präsident Putin Druck macht, die Verfassung so zu ändern, dass er unbefristet an der Macht bleiben kann.

In diesen schweren Pandemie-Zeiten versuchen viele dreckige Industrien die Situation zu ihrem Vorteil auszunutzen

Der Urananreicherer Urenco z. B. schickt Atommüll von der Urananreicherungsanlage Gronau in Westfalen nach Russland, weil die russische Atomindustrie den Atommüll aus kommerziellen Gründen gerne annimmt.
Aufgrund der aktuellen Beschränkungen durch die russische Regierung – bis jetzt durften wir weder die Wohnung verlassen noch auf der Straße demonstrieren – profititiert die Atomindustrie von protestfreien Atomtransporten. Das hatten sie sich immer erhofft.
Urenco profitiert auch von der Pandemie, weil sie ihren gefährlichen Atommüll extrem einfach loswerden, indem sie alle drei bis vier Wochen Atomtransporte auf die Reise schicken.
Während die Menschen sehr strikte Beschränkungen akzeptieren müssen, genießt die Atomindustrie unbegrenzte Freiheiten. Dazu zählt die „Freiheit“, atomare Probleme für zukünftige Generationen zu schaffen. Das Verschiffen von Atommüll nach Russland während der Pandemie ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie zynisch und unmenschlich die Atomindustrie agiert.

Jeglicher Transport von Atommüll muss sofort gestoppt werden.

Dazu haben wir im Januar bereits zusammen mit Greenpeace Russland 70.000 Unterschriften im Bundesumweltministerium in Berlin übergeben. Urenco sollte gezwungen werden, selbst Verantwortung für den eigenen Atommüll zu übernehmen!

Eine weitere sehr umweltschädliche Industrie ist die Kohleindustrie

Auch sie genießt in Russland große Freiheiten. Sie verheizt wortwörtlich das Klima und die Zukunft von unserer und der nächsten Generationen auf diesem Planeten.
Die Inbetriebnahme von Datteln IV bedeutet einen weiteren Schritt auf dem Weg zur globalen Klimakatastrophe. Hier geht es nicht nur um die deutsche Energiepolitik, hier geht es auch um die russische Kohle-Industrie. Beide sind dafür verantwortlich, dass sich die Chancen auf ein Überleben der Menschheit verringern, weil sich der Klimawandel beschleunigt.

Die Unverantwortlichkeit der russischen Atomindustrie kann mit der der Kohle-Industrie verglichen werden

Beide schaffen äußerst gravierende Konsequenzen für die Umwelt.
Kohle zerstört nicht nur unsere Zukunft, sie zerstört aktuell auch die Häuser und die Heimat der Menschen in Sibirien. Die Luft im Kuzbass, der wichtigsten russischen Bergbau-Region, ist so vergiftet, dass die Menschen dort an Krebs erkranken, nur weil sie normal atmen. Das Wasser der Flüsse ist schwarz, Babies werden mit tödlichen Krankheiten geboren.
Und diese Katastrophe wird größer mit der Realisierung jedes neuen Kohle-Kraftwerks wie das in Datteln. Denn Datteln IV bekommt auch Kohle-Lieferungen aus Sibirien. Mehr als 40% der deutschen Importkohle kommt derzeit aus Sibirien.

Aber es gibt immer noch eine Chance, diese Zerstörungen aufzuhalten und ein besseres Leben zu erkämpfen – ungeachtet der tödlichen Umweltzerstörung und ungeachtet der CoronaBeschränkungen. Wir können die Zerstörungen stoppen, wenn wir international zusammenarbeiten und uns dabei an einem sehr einfachen Prinzip orientieren: Kohle und Atom müssen für immer der Vergangenheit angehören – die Zeit ist schon lange reif für erneuerbare Technologien.
Dies ist der einzige Weg in die Zukunft!

Wir richten uns heute direkt an die deutsche Bundesumweltministerin Svenja Schulze:

Sie sind als Ministerin der Bundesregierung mitverantwortlich für die Genehmigung der Uranmüllexporte von Gronau nach Russland sowie für die Inbetriebnahme von Datteln IV.
Damit sind Sie auch für den Import der russischen Kohle nach Deutschland mitverantwortlich.
Wir wissen, dass Ihnen die brandgefährlichen Konsequenzen dieser Entscheidungen für die Menschen und das weltweite Klima bewusst sind.
Welche Beweggründe auch immer zu Ihren Entscheidungen geführt haben, wir fordern Sie eindringlich auf: Ergreifen Sie alle notwendigen Maßnahmen, um den Export des Uranmülls von Gronau nach Russland genauso zu stoppen wie den Weiterbetrieb von Datteln IV und den Import russischer Kohle.
Für die Zukunft der Erde und der Menschheit muss dies sofort geschehen!

Alexandra Koroleva und Vladimir Slivyak
Co-Vorsitzende der russischen Umweltorganisation Ecodefense
(Mit Material von PM)
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siehe zum Thema auch =>
BUND-Proteste gegen Datteln 4 vor der Uniper-Zentrale in Düsseldorf
. . . Publiziert am 22. Mai 2020 von antiatomeuskirchen
sowie =>
Urananreicherer Urenco: 750 Tonnen Uranmüll verlassen Gronau unter Protest
. . . Publiziert am 6. April 2020 von antiatomeuskirchen
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Bundesregierung tut nix: Atommülllager sei Sache Belgiens

Bitte jetzt Petition an die belgische Regierung bei www.change.org unterzeichnen:
„Stoppt die Laufzeitverlängerung für Belgiens AKWs – Endlagersuche nur mit den EU-Nachbarn!“

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Bis einschließlich zum 13. Juni läuft ein Anhörungsverfahren zu einem möglichen Atommüllendlager im belgisch-deutschen Grenzraum.
Die deutsche Bundesregierung plant nicht, dazu eine Stellungnahme abzugeben.

Siehe dazu auch Artikel beim „Trierischen Volksfreund“:
• Deutschland will vorerst nicht gegen Pläne des Nachbarlandes aktiv werden
• Grünen-Politikerin Kotting-Uhl: Regierung darf nicht länger herumtrödeln
• Rheinland-pfälzische Landesregierung verlangt Verlängerung des Anhörungsverfahrens

Während im deutschsprachigen Teil Belgiens und in Teilen der nordrhein-westfälischen Eifel die Angst vor und der Widerstand gegen ein mögliches Atommüllendlager im belgisch-deutschen Grenzraum in der Region um das Naturschutzgebiet Hohes Venn wächst, scheint die Bundesregierung darin keinen Anlass zu sehen, sich an dem noch bis Samstag laufenden Anhörungsverfahren zu beteiligen. . . . weiterlesen bei => www.volksfreund.de . . . 07.06.2020
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Werde selbst aktiv und unterzeichne die Petition an die belgische Regierung bei www.change.org:
„Stoppt die Laufzeitverlängerung für Belgiens AKWs – Endlagersuche nur mit den EU-Nachbarn!“

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Mehr zur Beteiligung und Infos bei =>
www.ondraf.be: Ankündigung öffentliche Konsultation
www.ondraf.be/de: Der Planentwurf
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siehe zum Hintergrund auch =>
Atommüll: Kritik an Belgiens Standortsuche
. . . Publiziert am 22. Mai 2020 von antiatomeuskirchen
sowie =>
WDR: Atommüll-Endlager im deutsch-belgischen Grenzgebiet?
. . . Publiziert am 15. Mai 2020 von antiatomeuskirchen
und =>
Petition: „Stoppt die Laufzeitverlängerung für Belgiens AKWs – Endlagersuche nur mit den EU-Nachbarn!“
. . . Publiziert am 28. Mai 2020 von antiatomeuskirchen
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Datteln 4 geht trotz vieler Proteste in Betrieb


(WDR-Aktuell • 30.05.2020)
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Mach mit:
Schicke jetzt eine Botschaft an Ministerpräsidentin Sanna Marin!
Bitte jetzt unterschreiben bei => www.bund.net

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(BUND NRW e.V. • 18.05.2020)
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siehe zum Thema auch =>
BUND-Proteste gegen Datteln 4 vor der Uniper-Zentrale in Düsseldorf
. . . Publiziert am 22. Mai 2020 von antiatomeuskirchen
sowie =>
(Blut-) Kohlekraftwerk Datteln 4 erneut besetzt
. . . Publiziert am 25. Februar 2020 von antiatomeuskirchen
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“Tach Gorleben!” – Der Film.

Die Kulturelle Landpartie im Wendland fällt Corona-bedingt aus, damit auch die „Kulturelle Widerstandspartie“ an den Atomanlagen in Gorleben.
Dort trafen sich die letzten Jahre jeden Freitag vor Pfingsten immer tausende Menschen, um gegen die Atommüllpolitik und für den Atomausstieg zu protestieren.
Dieses Jahr ist alles anders. . . .

(BI Lüchow-Dannenberg • 29.05.2020)
Großes Kino gibt es seit Jahren am Freitag vor Pfingsten an den Atomanlagen in Gorleben. Eingebettet in die Kulturelle Landpartie, die jedes Jahr Zehntausende Besucher*innen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ins Wendland lockt, wird seit jeher am „wunden Punkt“, an den Atomanlagen in Gorleben demonstriert und gefeiert – wurde, denn Pandemie-bedingt entfallen in diesem Jahr alle Großveranstaltungen.

Mit Videobotschaften und einer Spray-Aktion in Gorleben lenkt die Bürgerinitiative Umweltweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) am diesjährigen „Gorleben-Tag“ die Aufmerksamkeit dennoch auf Gorleben, schließlich steht im Herbst erstmalig der Salzstock in einem vergleichenden Suchverfahren für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle zur Disposition.

Die geologischen Argumente, die gegen die Eignung des Salzstocks Gorleben-Rambow sprechen, sind ausgetauscht, entsprechend pinselten die Aktivist*innen ihre Forderung „Gorleben raus!“ an die Wand. Doch so einfach war das nicht. Denn der Zugang war versperrt, obwohl im September letzten Jahres zugesagt wurde, dass die Mauer mit Graffiti verschönert und das ehemalige Pförtnerhaus von der BI für Vorträge genutzt werden kann. So mussten die Mauermaler*innen über den Zaun.

Hintergrund:

Die rund um das Gelände des Bergwerks Gorleben errichtete Mauer wurde zwar abgerissen. Ein Teilstück der Mauer bleibt auf Initiative des Landkreises Lüchow-Dannenberg und der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg als Ort der Erinnerung erhalten.

Umwelt-Staatssekretär Flasbarth sagte im vergangenen Jahr dazu: „Mit dem Erhalt eines Teilstücks der Mauer bewahren wir die Erinnerung an einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Konflikt in unserem Land. Die Gorlebener Mauer steht als Symbol für die Jahrzehnte dauernde Auseinandersetzung um die Atomenergie in Deutschland. Die nächste große Herausforderung besteht darin, ein Endlager für Deutschlands hochradioaktive Abfälle zu finden. Diese Aufgabe gehen wir in einem wissenschaftsbasierten und transparenten Verfahren an, ohne bestimmte Regionen zu bevorzugen und ohne bestimmte Regionen von vornherein auszuschließen. Die weiße Landkarte gilt – auch für das Bergwerk Gorleben. So ist es im Standortauswahlgesetz festgehalten, und so wird das auch umgesetzt.“

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) wollte dafür Sorge tragen, das Gelände aus dem Bergrecht zu entlassen, um diese Stellen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
(PM)
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siehe auch => www.bi-luechow-dannenberg.de
und => www.bi-luechow-dannenberg.de/material/gorleben-rundschau
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Petition: „Stoppt die Laufzeitverlängerung für Belgiens AKWs – Endlagersuche nur mit den EU-Nachbarn!“

Petition an die belgische Regierung:
Bitte jetzt unterzeichnen bei => www.change.org

Die für Atommüll zuständige belgische Behörde NERAS führt überraschend eine Konsultation für ein Atommüll-Endlager in Belgien durch. Ziel des Verfahrens ist es festzulegen, auf welche Art und Weise der Atommüll der belgischen Atommeiler in Tihange und Doel gelagert werden soll. Das Verfahren soll schon am 13. Juni enden. Offenbar soll hier eine unpopuläre Entscheidung im Schatten der Corona-Krise durchgedrückt werden.

Die Untersuchung enthält auch schon Standorte, die geologisch für eine solche Lagerung infrage kommen, darunter sind Gebiete, die sich in direkter Nähe zur niederländischen, luxemburgischen und deutschen Grenze befinden. Dass Belgien sich um einen Endlagerstandort kümmert, ist natürlich richtig. Der bisher produzierte nukleare Müll muss an einem möglichst sicheren Ort dauerhaft gelagert werden können.

Das belgische Vorgehen widerspricht aber den Verfahren, wie sie in einem Vereinten Europa eigentlich der Standard sein sollten. Zum einen findet die Konsultation mitten in den Ausgangssperren und unter Kontaktbeschränkungen statt. Das hindert Bürger*innen sich zu beteiligen oder zu demonstrieren.

Zum anderen wurden weder Menschen noch Behörden in den Grenzregionen in Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg informiert. Das verstößt gegen geltendes EU Recht und internationale Konventionen. Laut Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs muss Belgien für die geplante Laufzeitverlängerung außerdem eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen – was bis heute nicht erfolgt ist.

Petition bitte jetzt unterzeichnen bei => www.change.org

Wir stehen am Beginn eines Entscheidungsprozesses, der massive Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unserer Region haben wird – und das für tausende Jahre. Das Verfahren muss von Beginn an in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert und mit allen Beteiligten demokratisch ausgehandelt werden!

Wir fordern:

• Die Atommeiler in Tihange und Doel müssen so schnell wie möglich vom Netz. Die Menge des hochradioaktiven Atommülls darf nicht weiter zunehmen, ohne über ein sicheres Endlager zu verfügen. Das heißt selbstverständlich auch, es darf keine Laufzeitverlängerungen für belgische Atomkraftwerke geben

• Das belgische Konsultationsverfahren muss über das Ende der Ausgangsbeschränkungen hinaus verlängert werden. Alle Bürgerinnen und Bürger – auch jene die Corona-Risikogruppen angehören – müssen die Möglichkeit haben, ihr Recht auf demokratische Teilhabe umfassend in Anspruch zu nehmen

• Das Konsultationsverfahren muss auch für die Bürgerinnen und Bürger, Gebietskörperschaften und allen anderen Institutionen in den betroffenen Nachbarstaaten geöffnet werden. Alle weiteren Schritte der belgischen Behörden müssen transparent kommuniziert und mit den Behörden und den Bürgerinnen und Bürgern in den betroffenen Nachbarstaaten koordiniert werden!

Petition an die belgische Regierung:
Bitte jetzt unterzeichnen bei =>
www.change.org

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siehe zum Thema auch =>
WDR: Atommüll-Endlager im deutsch-belgischen Grenzgebiet?
. . . Publiziert am 15. Mai 2020 von antiatomeuskirchen
sowie =>
Atommüll: Kritik an Belgiens Standortsuche
. . . Publiziert am 22. Mai 2020 von antiatomeuskirchen
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