Harald Lesch zu Laufwellenreaktoren: Rettung für das Klima?

(Atomkraft jetzt! Rettung für das Klima? • Auf Youtube veröffntlicht am 18.12.2019)

Die Atomkraft ist zurück?! Als letzten Ausweg aus der Klimakrise fordern immer mehr angesehene Wissenschaftler und Prominente eine Rückkehr zur Kernenergie.
Die Technik des Laufwellenreaktors soll dabei die Probleme der aktuellen Generation an Kraftwerken überwinden . . .
(Text: Terra X Lesch & Co)
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Uranmülltransport von Gronau nach Russland führt zu Protesten in St. Petersburg

• Polizei-Aktion gegen russischen Greenpeace-Experten
• Atomkraftgegner*innen fordern diplomatische Note von Bundes- und Landesregierung

Die für kommenden Freitag (20.12.) in St. Petersburg erwartete Ankunft des Frachtschiffes Mikhail Dudin mit 600 t abgereichertem Uranmüll aus Gronau/Westfalen hat gestern (17.12.) im Stadtzentrum von St. Petersburg zu neuen Protesten mit gelben Anti-Atom-Tonnen geführt.
Danach kam es zu einer Polizei-Aktion gegen den renommierten Energieexperten von Greenpeace Russland, Rashid Alimov (Foto).
Alimov wurde in den Abendstunden vor seiner Wohnung von Polizisten abgeführt und zu einer Polizeistation gebracht. Dort wurde ihm in Zusammenhang mit der Protestaktion „Landbesetzung“ vorgeworfen, was in Russland mit einer hohen Geldstrafe geahndet werden kann. Danach durfte Alimov wieder nach Hause gehen.

Bereits vor drei Wochen hatte die Polizei in der geschlossenen Atomstadt Novouralsk bei Ekaterinburg mehrere Umweltschützer vorgeladen, weil sie gegen die Ankunft des deutschen Uranmülls protestiert hatten.
Der Gronauer Uranmüll soll an der Uranfabrik von Novouralsk auf unbestimmte Zeit unter freiem Himmel dauergelagert werden.

„Die Uranmülltransporte von Gronau nach Russland führen auch dort zu Protesten und zu staatlichen Einschüchterungsmaßnahmen. Verantwortlich für diesen Atommüllexport sind der Urananreicherungskozern Urenco und die deutschen Anteilseigner RWE und EON. Diese Firmen tragen aus unserer Sicht auch die Verantwortung für die Konsequenzen, die jetzt auf die Menschen in Russland zukommen, die nur ihre demokratischen Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit wahrnehmen wollen.
Wir erwarten von der Bundesregierung und der NRW-Landesregierung, dass sie bei der russischen Regierung auf diplomatischem Wege Protest gegen das Vorgehen der Polizei einlegen. Notwendig und konsequent wäre ein sofortiger Exportstopp für die Gronauer Uranabfälle, damit sich die Situation nicht noch weiter zuspitzt.
Wir erklären uns solidarisch mit den Betroffenen in Russland,“ erklärte Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

Dr. Alex Rosen, Co-Vorsitzender der deutschen IPPNW ergänzt: „Es ist unser deutscher Atommüll, der jetzt in Russland zu berechtigten Sorgen um Umwelt und öffentliche Gesundheit führt. Es wäre unsere Verantwortung, eine nach aktuellstem wissenschaftlichen Standard vertretbare und möglichst sichere Versorgung dieses strahlenden Abfalls zu gewährleisten. Stattdessen ‚entsorgt‘ ihn Urenco kostensparend nach Russland. Wieder einmal wird klar und deutlich, dass es ein Fehler war, die Urananreicherung in Gronau und die Brennelemenefertigung in Lingen vom Atomausstieg auszuklammern. Wir müssen beide Anlagen schließen und aus dem Geschäft mit der Atomenergie aussteigen, wenn wir unserer Verantwortung für die Sicherheit der Umwelt und der öffentlichen Gesundheit nachkommen wollen.“

In Russland haben inzwischen mehr als 57 000 Menschen eine Online-Petition von Greenpeace Russland gegen die Uranmüllexporte unterschrieben.

Bereits vergangene Woche hat jedoch der Chef von Urenco Deutschland, Joachim Ohnemus, im WDR angekündigt, die Uranmüllexporte von Gronau aus im nächsten Jahr trotz der vielfältigen Proteste einfach fortzusetzen.
Anti-Atomkraft-Initiativen haben dagegen bereits neue Proteste angekündigt. Erste Aktion im neuen Jahr wird der Sonntagsspaziergang am 5. Januar 2020 um 14 Uhr vor der Urananreicherungsanlage Gronau sein.
(PM)
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Atomkraftgegner*innen fordern: Kein Weihnachtsgeschenk für die französische Atomindustrie!

Bundesregierung muss standhaft bleiben und darf bei den Nachverhandlungen zum EU-Finanzlabel kein Greenwashing von Atomkraft zulassen

Zu den heute (16.12.2019) startenden Nachverhandlungen über die geplanten EU-Regeln für nachhaltige Finanzprodukte („EU-Taxonomie“), mit denen die französische Regierung Atomkraft doch noch Zugang zu „grünem“ Geld verschaffen will, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die französische Regierung will ihrer Atom-Industrie, die sie erst kürzlich mit vielen Steuermilliarden vor dem Bankrott bewahren musste, ein dickes Weihnachtsgeschenk machen. Getarnt als angeblich nachhaltiges Investment soll die Atomwirtschaft Zugang zu grünem Geld und neuen Aufträgen erhalten.
Das ist absoluter Irrsinn:
• Atomkraft ist schon bei der Urangewinnung für Umwelt- und Gesundheitsschäden in immensem Ausmaß verantwortlich.
Atomkraftwerke bedrohen jeden Tag Leben und Gesundheit von Millionen Menschen.
• Die atomare Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague verseucht mit ihren radioaktiven Abwässern den Ärmelkanal.
• Der strahlende Abfall aus wenigen Jahrzehnten AKW-Betrieb wird noch Tausende von Generationen beschäftigen.
• Mehrfach hat nur Glück eine Atomkatastrophe in der EU verhindert.
Investitionen in Atomkraft sind gemeinwohlschädlich und also das Gegenteil von nachhaltig. Auch ökonomisch sind sie absolut unattraktiv: Keine private Bank weltweit finanziert noch neue AKW.

Frankreich hat die Energiewende bisher verschlafen und gerade wegen der vielen AKW jeden Winter mit Versorgungsengpässen zu kämpfen. Um die im Schnitt schon mehr als 34 Jahre alten Reaktoren weiter betreiben zu können, sind Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe nötig. Ein grünes Mäntelchen oder gar Nachhaltigkeits-Siegel soll helfen, dieses Geld zu beschaffen.
Einer solchen Verbrauchertäuschung und amtlichem Etikettenschwindel darf die Bundesregierung keinesfalls zustimmen. Sie muss das Ansinnen Frankreichs und anderer EU-Staaten, Atomkraft als nachhaltig zu labeln, deutlich zurückweisen.
Wir fordern: Kein Weihnachtsgeschenk für die Atomindustrie!“
(PM)

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Erneut Uranmüll-Zug Gronau-Russland blockiert

Abseilaktion vor Uranmüllzug bei Münster

Auch der näXte Uranmüllzug mit 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) aus der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau/Westfalen Richtung Russland wurde heute (10.12.19) zwischen Münster-Häger und Münster-Kinderhaus durch eine Abseilaktion von der Brücke der A1 erneut aufgehalten.

Die Polizei stoppte daraufhin den Uranzug kurz vor 12 Uhr im Bahnhof von Altenberge. Die Aktion wurde nach ca. 2,5 Std. von einem Kletterteam der Polizei beendet.
Anti-Atomkraft-Initiativen kündigten allerdings weitere Protestaktionen gegen den Uranmüllexport nach Russland an.
Um 14.15 Uhr passierte der Sonderzug den Münsteraner Hauptbahnhof und fuhr Richtung Hamm weiter.
Heute Vormittag gab es spontane Mahnwachen in Gronau, Ochtrup und Burgsteinfurt, wo der Uranzug ebenfalls zehn Minuten mitten im Bahnhof stand.

Atomkraftgegner*innen fordern ein Ende der Uranmüllexporte von Gronau nach Russland

Bereits beim letzten Uranmülltransport von Gronau nach Russland Mitte November stoppten Atomkraftgegner*innen den Uranzug bei Burgsteinfurt im Münsterland mit einer Abseilaktion für mehr als sieben Stunden.
Auch in Russland werden neue Proteste geplant. Rund 54 000 Menschen haben dort bereits eine Online-Petition von Greenpeace Russland gegen die Uranmüllexporte unterschrieben. Gestern unterstützte der Ko-Vorsitzende der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Vladimir Slivyak, die Mahnwachen in Münster und in Unna.
Der Zug sollte schon gestern vormittag starten, URENCO verschob, wohl wegen der starken Proteste, den Termin kurzfristig auf heute.
(Mit Material von PM)
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Euratom reformieren, Atom-Förderung stoppen, Koalitionsvertrag umsetzen

EU-Greenwashing für Atomkraft trotz Kompromiss bei EU-Finanzlabel noch nicht vom Tisch

Zum Dauer-Streit um Atomkraft in der EU, dem Kompromiss zum Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Finanzierungen („EU-Taxonomie“) und der überfälligen Reform des Euratom-Vertrages erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Der vergangene Woche zwischen EU-Kommission, Europäischem Rat und Europäischem Parlament ausgehandelte Kompromiss zu EU-Regeln für ‚nachhaltige‘ Finanzprodukte schließt ein Greenwashing von Atomkraft keinesfalls sicher aus. In den anstehenden Detailverhandlungen werden die Atom-Fans in der EU weiter alles daransetzen, der Hochrisikotechnologie Atomkraft den begehrten Zugang zu ‚grünem‘ Geld zu verschaffen. Die Bundesregierung muss dem entschlossen entgegentreten. Investitionen in Atomkraft sind gemeinwohlschädlich und also das Gegenteil von nachhaltig.
Bundeswirtschaftsminister Altmaier muss zudem endlich, wie schon 2017 im Koalitionsvertrag beschlossen, eine Reform des mehr als 60 Jahre alten Euratom-Vertrags anstoßen. Dieser Uralt-Vertrag hat bis heute die Förderung der Atomkraft zum Ziel. Nur unter Berufung auf diesen Passus konnte etwa die britische Regierung wettbewerbswidrige Subventionen in Milliardenhöhe für das in Bau befindliche AKW Hinkley Point genehmigen. Euratom selbst gibt zudem jedes Jahr hunderte Millionen Euro für Atom-Forschung aus.
Doch von den 28 Euratom-Mitgliedern – alle EU-Staaten sind zugleich Zwangsmitglied der Europäischen Atomgemeinschaft Euratom – betreiben inzwischen 14 gar keine AKW mehr, vier weitere haben bereits einen Atomausstieg beschlossen. Eine Reform des Euratom-Vertrages ist daher mehr als überfällig.“
(PM)
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=> Mehr Infos zur Atom-Förderung in der EU über den Euratom-Vertrag, seine mögliche Reform und die Aussagen dazu im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD findet sich im Hintergrundpapier von .ausgestrahlt:
https://www.ausgestrahlt.de/euratom/ausgestrahlt-hintergrund_euratom.pdf/

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Schulzes Exportstopp-Pläne für Brennelemente: Auch deutsche AKW sind älter als 30 Jahre

Die Bundesumweltministerin begründet den geplanten Exportstopp für Brennelemente mit den Risiken von AKW, die älter als 30 Jahre sind.

Doch auch die sieben Reaktoren, die in Deutschland noch laufen, sind zwischen 31 und 35 Jahre alt. Das muss Konsequenzen haben. Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Der Gesetzentwurf von Bundesumweltministerin Schulze hat eine entscheidende Lücke: Die Ministerin geht davon aus, dass Atomkraftwerke, die älter als 30 Jahre sind, eine erhebliche Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Doch das trifft nicht nur für Reaktoren jenseits der Grenzen zu, sondern noch stärker für hiesige AKW. Denn die sieben in Deutschland noch laufenden Atomkraftwerke sind alle länger als 30 Jahre in Betrieb. Sie gingen zwischen 1984 und 1988 ans Netz.

Der Gesetzentwurf für den Exportstopp von Brennelementen ist damit begründet, dass alte AKW ein ‚Risiko schwerer Unfälle, Störfälle oder sonstiger für die kerntechnische Sicherheit bedeutsamer Ereignisse mit möglicher katastrophaler Auswirkung‘ bedeuten und es um die ‚Abwendung möglicher radiologischer Risiken für die in Deutschland lebende Bevölkerung‘ geht.

Den Betrieb von Atomkraftwerken im Ausland kann die Bundesregierung nicht stoppen. Deshalb greift sie zum Mittel des Export-Verbots für den Brennstoff. Doch hierzulande hat die Bundesregierung die Möglichkeit und die Pflicht, als oberste Atomaufsicht durchzugreifen und zu verhindern, dass die altersschwachen Reaktoren noch bis 2022 weiterlaufen. Sie müssen angesichts der Risiken jetzt abgeschaltet werden. Ministerin Schulze sollte dringend vor der eigenen Türe kehren.“
(PM)
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siehe zum Thema auch =>
Ankündigungs-Ministerin Svenja Schulze denkt über Exportstopp für Brennelemente nach
. . . Publiziert am 5. Dezember 2019 von antiatomeuskirchen
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Ankündigungs-Ministerin Svenja Schulze denkt über Exportstopp für Brennelemente nach

• Atomkraftgegner*innen fordern, auch Exporte von angereichertem Uran aus Gronau zu beenden
• Neuer Uranmülltransport Gronau-Russland bereits morgen?

Atomkraftgegner*innen sowie die Umweltverbände BBU und die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW werten die Ankündigung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), Brennelement-Exporte von der Brennelementefabrik Lingen an grenznahe AKW im Ausland verbieten zu wollen, als ersten wichtigen Schritt zu einem umfassenden Exportverbot für Uran und Brennelemente.
Ein Arbeitsentwurf des BMU sieht laut einer dpa-Meldung vor, dass keine Brennelemente mehr an AKWs geliefert werden sollen, die älter als 30 Jahre sind und näher als 150 km zur deutschen Grenze liegen. (Der Rest ist ungefährlich?)
Damit wären Exporte an die Pannenreaktoren in Tihange, Doel, Cattenom und Fessenheim zukünftig ausgeschlossen, aber eben auch an das AKW Borssele in den Niederlanden sowie die alternden Schweizer AKW Beznau, Mühleberg, Gösgen und Leibstadt.

„Endlich kommt aus dem Bundesumweltministerium ein konkreter Entwurf zur Änderung des Atomgesetzes. Das ist ein erster und längst überfälliger Schritt. Nun dürfen die Groko in Berlin und die Landesregierungen in Hannover und Düsseldorf den Entwurf nicht zerreden, sondern wir fordern eine rasche Umsetzung. Dabei muss auch ein Exportverbot für angereichertes Uran aus der Urananreicherungsanlage in Gronau an diese grenznahen Reaktoren mit aufgenommen werden, damit es keine Lücken gibt. Das Ziel bleibt die Stilllegung der Brennelementefabrik Lingen sowie der Urananreicherungsanlage Gronau,“ erklärte Alexander Vent vom Bündnis AgiEL – Atomkraftgegner*innen im Emsland.

Hubertus Zdebel (DIE LINKE) kommentiert: „Noch hat die Bundesregierung ja gar nichts beschlossen. . . . Allerdings bleibt Ministerin Schulze auf halbem Wege stecken. Denn die Uranfabriken in Gronau und Lingen blieben weiterhin vom Atomausstieg ausgenommen. Deshalb müssen die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen endlich in den Atomausstieg einbezogen werden. Beide produzieren Uranbrennstoff und sorgen dafür, dass weltweit AKWs weiterlaufen und somit neben Atomstrom auch Super-GAU-Risiken und hochradioaktiven Atommüll erzeugen. Es darf keine deutsche Beteiligung an der Atomenergienutzung mehr geben.
Dass eine Stilllegung dieser Uranfabriken möglich ist, haben schließlich Rechtsgutachten im Auftrag des Bundesumweltministeriums gezeigt. Das muss nun auch endlich umgesetzt werden.“

Neuer Uranmülltransport von Gronau nach Russland schon morgen?

Nach Informationen von Anti-Atomkraft-Initiativen gibt es Anzeichen dafür, dass der Betreiber der Urananreicherungsanlage Gronau, der deutsch-niederländisch-britische Urenco-Konzern, den derzeit vorbereiteten Abtransport von weiteren 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) von Gronau nach Russland vom nächsten Montag evtl. auf den morgigen Freitag vorzieht.
Das Transportschiff, die Mikhail Dudin, befindet sich bereits in der direkten Anfahrt auf den Hafen von Amsterdam und wird nach letzten Infos nicht erst am Montag, sondern schon am morgigen Freitag dort eintreffen. Auch die Beladung der Bahnwaggons scheint in Gronau weitgehend abgeschlossen.

Für Montag sind bereits zahlreiche Protestaktionen im Münsterland und Ruhrgebiet angekündigt.
Beim letzten Transport am 18. November wurde der Uranzug im Münsterland durch Proteste für mehrere Stunden gestoppt.

„Es ist gut, dass das Bundesumweltministerium jetzt die skandalöse Exportpraxis der Uranindustrie in Deutschland bei den Brennelementen endlich ins Visier nimmt. Dazu gehören definitiv aber auch die unverantwortlichen Atommüllexporte der Urenco von Gronau nach Russland. Wenn dort jetzt vom staatlichen Atomkonzern Rosatom sogar der Bau von Schnellen Brütern zur Bewältigung der Uranmüllberge anvisiert wird, dann wird der Gronauer Uranabfall in Russland zu einem umfassenden Sicherheitsrisiko. Das muss sofort und endgültig unterbunden werden,“ ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
(Mit Material von PMs)
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2:1 Sieg für Klimaaktivist*innen im Weisweiler-Prozess um Kraftwerksblockade

Das Amtsgericht Eschweiler hat heute, 04.12.2019, fünf Klimaaktivist*innnen zu geringen Geldstrafen verurteilt. Sie hatten vor zwei Jahren das Braunkohlekraftwerk Weisweiler blockiert. Die Klimaaktivist*innen bezeichneten das als einen „2:1 Sieg“, in zwei Anklagepunkten keine Strafe, in einem schon.
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siehe zum Thema auch =>
Urteil gegen Kraftwerksblockierer:
Schuldig gesprochen – und doch gefühlte Gewinner

Drei Männer und zwei Frauen legten ein RWE-Kohlekraftwerk lahm. Ein Gericht hat sie verurteilt – aber nur in einem von drei Punkten. Die Umweltaktivisten sollen 50 bis 60 Tagessätze à fünf Euro zahlen. . . . weiterlesen bei => www.spiegel.de . . . 04.12.2019
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Direkt-Infos zum Prozess bei => http://wedontshutup.org
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Am Sonntag, 8. Dezember 2019, näXter Sonntagsspaziergang im Hambacher Forst

Nein, es wird auch in der Adventszeit nicht ruhiger.

Dem Hambacher Wald wird systematisch das Wasser abgegraben, die Dörfer werden weiter abgerissen, Menschen werden weiter vertrieben und verlieren ihre Heimat, hier bei uns und auf der ganzen Welt.
Und was macht die Politik? Das Nichtstun und Aussitzen wird Methode, jeder Tag ohne ein echtes Kohleausstiegsgesetz ist ein verlorener Tag. Wir sollen mit einem geradezu lächerlichen Klimapäckchen ruhig gestellt werden. . . . Weiterlesen

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Österreich und Luxemburg blockieren EURATOM-Hintertür für Klimaschwindel – Deutschland enthält sich

Die überparteiliche Salzburger Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE) begrüsst, dass Österreich und Luxemburg soeben dem kommenden EURATOM-Forschungsprogramm ihre Zustimmung verweigert haben.
In den Erläuterungen zum von der EU-Kommission vorgelegten Forschungsprogramm war die Atomkraft als nachhaltig und als Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels bezeichnet worden.

„Diese Verquickung von atomarer Stromerzeugung und Bekämpfung des Klimawandels wird aktuell auf allen EU-Ebenen von der Kommission und den Atombetreiberstaaten massiv versucht. Das jüngste Beispiel sind entsprechende Bestimmungen in den Richtlinien der Europäischen Investitionsbank (EIB) für die Vergabe von Krediten zugunsten von Klimaschutzvorhaben,“ erinnert PLAGE-Sprecher Heinz Stockinger. „Wie wenig die Atomwirtschaft zur Vermeidung der Erderhitzung beitragen kann, hat unter anderen das Forum für Atomfragen (FAF) der österreichischen Bundesregierung längst in dem umfassenden Argumentarium Kernenergie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit gezeigt.“

In der Arbeitsgruppe, die nun mit einem Kompromiss eine Verabschiedung des EURATOM-Forschungsprogramms 2021-2027 ermöglichen soll, dürfe das Tandem Österreich-Luxemburg keinerlei Formulierung akzeptieren, die den Atomkraftwerken die von Frankreich und Co. vehement angestrebte Rolle als „Klimaretterin“ zuerkenne.

„Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass eine Industrie, die Katastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima zu verantworten hat, nie und nimmer als nachhaltig gelten kann. Zudem gibt sie im Normalbetrieb nicht nur laufend behördlich genehmigte Mengen an radioaktiven Stoffen ab, sondern belastet mit ungeheuren Mengen von Abwärme auch noch das Klima!“ hält Atomgegner Stockinger fest. Einzig ihre Machtposition erlaube den Atomstaaten, permanent das Gegenteil von derart Offensichtlichem zu behaupten.

Dass Deutschland sich in der Abstimmung lediglich enthalten habe, wirft für die PLAGE die Frage auf, wie echt die deutsche Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD hinter dem Atomausstieg stehe. „Wir setzen darauf, dass die deutschen Atomgegner ihre Regierung und die Bundestagsparteien zu einer eindeutigen kritischen Positionierung gegen das Klimamärchen der Atomstaaten bringen. In der EU-Arbeitsgruppe zum EURATOM-Forschungsprogramm muss Deutschland Farbe bekennen!“
(PM)
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siehe zum Thema auch =>
Greenwashing für Atomkraft verhindern
. . . Publiziert am 4. November 2019 von antiatomeuskirchen

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IPPNW und .ausgestrahlt starten gemeinsame Unterschriften-Aktion zur Olympiade in Tokio 2020

Keine olympischen Wettbewerbe in radioaktiv kontaminierten Regionen

Die japanische Regierung plant die Austragung olympischer Baseball- und Softball-Wettkämpfe in der Hauptstadt der Präfektur Fukushima –
50 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt.

In einer gemeinsamen Unterschriftenaktion fordern die Organisationen IPPNW und .ausgestrahlt den Verzicht auf die olympischen Wettbewerbe in Fukushima- City und eine Absage an den Fackellauf in den verstrahlten Gebieten der Präfektur Fukushima.
Die Unterschriftenaktion ist an das Internationale Olympische Komitee (IOC) und an die japanische Regierung adressiert. Die Unterschriften sollen sowohl an das IOC in Lausanne als auch direkt in Japan vor dem Beginn der Olympischen Spiele übergeben werden.

In nur 20 Kilometer Entfernung von den Reaktoren startet am 26. März 2020 im sogenannten J-Village der olympische Fackellauf, der durch offiziell dekontaminierte Gebiete führt, die jedoch bis heute von radioaktiven Hot-Spots übersät sind.

Dr. Alex Rosen, Vorsitzender der deutschen Sektion der IPPNW, ist einer der Initiatoren der Unterschriftenkampagne: „Wir rufen dazu auf, das Schicksal der Menschen in den verstrahlten Gebieten im Nordosten Japans nicht aus den Augen zu verlieren. Die havarierten Reaktoren und die großen Mengen an radioaktivem Fallout stellen weiterhin eine sehr reelle Gefahr dar. Menschen werden zudem dazu genötigt, in Regionen zurückzukehren, in denen sie zum Teil einer 20-fach erhöhten radioaktiven Belastung ausgesetzt sind. Das verstößt gegen geltendes internationales Strahlenschutzecht,“ so Rosen.

Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt, weist darauf hin, dass es sich um „radioaktive Olympische Sommerspiele 2020“ handele, denn Japan leidet noch immer unter dem radioaktiven Fallout des mehrfachen Super-GAUs in Fukushima.

Gemeinsam wenden sich die Organisationen durch die Unterschriftenliste gegen den Versuch, mit den Olympischen Spielen der Weltöffentlichkeit Normalität in den verstrahlten Gebieten vorzuspielen.
(PM)
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Zur Unterschriftensammlung => https://www.ausgestrahlt.de/radiolympics
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Mehr Infos über die Kampagne „Tokyo 2020 – The Radioactive Olympics“ unter => http://www.radioactive-olympics.org
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Hunderttausende weltweit beim Klimastreik am 29.11.2019

Über 630.000 Menschen streiken in ganz Deutschland

Bevor am Montag in Madrid die UN-Klimakonferenz beginnt, haben Hunderttausende weltweit für mehr Klimaschutz demonstriert. Allein in Berlin waren Zehntausende auf der Straße, einige gingen auch baden.
(Text von www.tagesschau.de)

Hier einige Eindrücke aus Köln, wo von über 100 Demos in NRWE mit rd. 20.000 Teilehmer*innen die landesweit größte Demo stattfand:

Am internationalen Protesttag für mehr Klimaschutz (29.11.2019) demonstrierten auch in Köln Tausende Teilnehmer. Aufgerufen dazu hat die Klimabewegung Fridays for Future. Die Teilnehmer fordern von der Bundesregierung mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung.
(Text von www1.wdr.de)
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Mehr Infos zum Klimastreik => www.klima-streik.org
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